Hamburg, 23. Januar. Amerika bleibt Nummer 1. Trotz aller Querelen zeigt sich die Landeswährung vergleichsweise stabil. Finanzkrise, schwankende Banken und abwanderndes Geldvermögen bringen den nach wie vor weltweit wichtigsten Markt vorerst nicht zum Wanken. Eine Bestandsaufnahme:

Hintergründe sehen Finanzexperten neben der schieren Größe des Landes nicht zuletzt in der vehementen Unterstützung der FED (Federal Reserve System). So zwang der starke Rückzug ausländischer Investoren aus US-Staatspapieren die FED dazu einzuschreiten und selbst zuzukaufen. Insbesondere China und Japan verabschiedeten sich aus dem Markt. Langfristig ist dieses Vorgehen jedoch nicht haltbar, so die mehrheitliche Meinung des Marktes. Ein Risiko besteht weiterhin im US-Immobilienmarkt. Zwar gibt es leichte Anzeichen einer Erholung, doch die rasante Talfahrt im Sektor zieht immer noch Kreditrisiken innerhalb der Banken mit sich. Dahinter steht ein durch und durch strukturelles Problem innerhalb der Immobilienbranche, das vielleicht erst generationsübergreifend gelöst werden kann. Denn immer noch fehlt es Gewerbeimmobilien an Transparenz, auch die Bankbilanzen sind noch nicht vollständig gesäubert – trotz aller Bemühungen der FED.

Dominante Bankensysteme als Risikofaktor

Dabei kommt den US-Banken in dem Geflecht eine besondere Bedeutung zu. Erst wenn die Kreditportfolios nicht mehr durch zweifelhafte Immobilieninvestments durchsetzt sind, ist eine echte Erholung der Immobilienmärkte denkbar. Eine einstweilige staatliche Rettung kann dabei nur der erste Schritt sein. Derart dominante Bankensysteme stellen, vergleichbar zu den britischen Inseln und der Schweiz, einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor dar. Doch die Vereinigten Staaten halten einen besonderen Stabilitätsfaktor in der Hinterhand: Den Arbeitsmarkt. Angetrieben durch den demographischen Wandel, verzeichnen die USA eine stetig steigende Erwerbstätigenzahl. Dadurch nimmt die Kaufkraft stetig zu – wenn auch bislang nur ein moderater Anstieg zu verzeichnen ist. Jede Medaille hat dabei jedoch zwei Seiten: Sollte der US-Arbeitsmarkt deutliche Einbrüche verbuchen, könnte auch der Riese USA ins Wanken geraten. Der Arbeitsmarkt zeigt sich damit als echte Achillesferse für die Vereinigten Staaten. Wichtig ist, dass die Privatwirtschaft anzieht und neue Stellen schafft. Dies wird den USA den erhofften deutlichen Aufschwung verschaffen. Noch ist es jedoch zu früh, um die Entwicklungstendenzen abzusehen.