Weihnachten und Neujahr verbringen Internatsschüler aus Deutschland normalerweise zuhause bei ihren Eltern, nicht im englischen Internat. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Petra Kirschke, Inhaberin der petra heinemann internationale schulberatung, kennt das aus ihrem Beratungsalltag: „Einige Schüler verbringen die Weihnachts- und Neujahrszeit aber auch schon einmal in England. Zum Beispiel durch den Kontakt zu neu gewonnenen Freunden oder weil sie über die Feiertage in einer Gastfamilie untergebracht sind. Für die meisten ist das eine ungewöhnliche Erfahrung. Denn was bislang alle Jahre wiederkehrte, ist nun zwar auch wieder da – aber doch ganz anders.“

Dieses „anders“ fängt schon beim Datum an. Denn Weihnachten – im Sinne von Bescherung – findet in England am 25. Dezember statt, während Deutschland am 24. Dezember Geschenke auspackt. Auch das Beschenktwerden erfolgt in England nach einem für Internatsschüler aus Deutschland ungewohnten Ritual: Denn Geschenke werden in am Vorabend des 25. Dezember aufgehängte Strümpfe gesteckt. „Im Idealfall hängen die übrigens an einem Kamin“, fügt Petra Kirschke hinzu. „In Deutschland erinnert das entfernt an den 6. Dezember, der zum Herausstellen geputzter Stiefel auffordert.“ Weihnachtsgeschenke wiederum liegen in deutschen Familien schlicht und einfach unter dem Weihnachtsbaum – oder um ihn herum drapiert. Das übrigens ist eine Gemeinsamkeit: Sowohl Engländer als auch Deutsche feiern Weihnachten mit einem Weihnachtsbaum und mehr oder weniger üppiger Dekoration: Girlanden, Mistelzweige & Co.

„Wer von all dieser Aufregung hungrig wird, darf sich in England auf das rituelle Weihnachtsmenü freuen – also auf Truthahn und Plumpudding“, erzählt Petra Kirschke. „Deutsche Familien haben da weniger einheitliche Gewohnheiten. Hier reichen die kulinarischen Möglichkeiten von Kartoffelsalat mit Würstchen über verschiedene Fondue-Varianten bis hin zu Gans oder Pute mit Rotkohl und Klößen. „Wer übrigens als deutscher Schüler an einem englischen Weihnachtsessen teilnimmt, dürfte sich schon an Silvester erinnert fühlen: Denn während des traditionellen Weihnachtsmenüs tragen Englänger häufig bunte Papphüte – in Deutschland ein Party-Gag, der eher an Silvester seinen Platz findet.“

Es verwundert daher kaum, dass auch Silvester in England ganz anders abläuft, als deutsche Schüler es aus ihrer Heimat kennen. Statt eines bombastischen Feuerwerks wird so beispielsweise um Mitternacht das traditionelle Lied „Auld Lang Syne“ angestimmt, zumindest in London. „Grundsätzliche geht es an Silvester in England eher ruhig und beschaulich zu. Man trifft sich zuhause und feiert im Familienkreis. Um 24 Uhr gehen die Engländer nicht selten einfach ins Bett. „Das ist für deutsche Teenager, die dann erst richtig mit der Party loslegen, natürlich undenkbar“, so Petra Kirschke weiter. Neujahrstradition in England ist übrigens das Verschenken von kleinen Fleischtörtchen. Für Deutsche eine ziemliche Umstellung, sind sie doch eher an Marzipanschweinchen oder Kleeblätter sowie Schornsteinfegerfiguren gewohnt.

„Nach all den neuen Erlebnissen können sich dann aber alle auf etwas einstellen, das sowohl für englische wie auch für deutsche Schüler gleich ist: Die Schule nimmt den Unterricht im neuen Jahr wieder auf – wie jedes Jahr, eben alle Jahr wieder“, fasst Petra Kirschke zusammen.

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