Hamburg, 04. Juli. Mit Beginn der Tourismus-Saison entspannt sich auch die Situation am spanischen Arbeitsmarkt etwas. So sank die Arbeitslosenzahl im Juni im Vergleich zum Vormonat um über 127.000 und damit deutlich unter die Fünf-Millionen-Marke. Der Rückgang fiel deutlich stärker aus als von Experten erwartet.

Insgesamt seien laut Arbeitsministerium in Spanien 4,76 Mio. Menschen arbeitslos gemeldet. Zum Vergleich: Im Mai lag die Zahl noch bei 4,89 Mio. Berücksichtigung in der Statistik finden allein die Erwerbslosen, die bei den Arbeitsämtern registriert sind. Eine offizielle Arbeitslosenquote wird nicht genannt.

Über die Hälfte der spanischen Jugend arbeitslos

Seit zwei Jahren steckt Spanien in einer äußerst schwierigen wirtschaftlichen Situation. Erst zu Beginn der Woche veröffentlichte die europäische Statistikbehörde Eurostat eine Arbeitslosenquote für Spanien. Diese lag bei fast 27 Prozent und ist die höchste in der gesamten Eurozone. Noch dramatischer stellt sich die Situation für Spaniens Jugend dar. Hier beträgt die Arbeitslosenquote über 56 Prozent.

Enormes Gefälle in Europa

Neben Spanien kämpft eine Vielzahl weiterer Staaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Insgesamt waren im Mai über 19 Mio. Menschen in Europa ohne Job – dies waren 1,34 Mio. mehr als noch vor einem Jahr. Die Quote stieg auf 12,1 Prozent und markierte einen neuen Höchststand. Innerhalb Europas besteht zwischen einzelnen Ländern zudem eine enorme Kluft. Während die Arbeitslosenquoten in Österreich bei 4,7 Prozent, in Deutschland bei 5,3 Prozent und in Luxemburg bei 5,7 Prozent liegen, leiden neben Spanien bspw. auch Griechenland mit 26,8 Prozent und Italien mit 12,2 Prozent unter hohen Arbeitslosenzahlen.