Redaktion: Erstmals seit 2010 schlossen die Brose Baskets Bamberg die vergangene Saison ohne nationalen Titel ab. Daraufhin wurde Erfolgscoach Chris Fleming entlassen, langjährige Leistungsträger wie Anton Gavel oder Casey Jacobson haben den Verein verlassen bzw. ihre Basketballkarriere beendet. Bamberg steht offensichtlich vor einem Umbruch. Mit welchen Ambitionen gehen Sie vor diesem Hintergrund in die kommende Saison?

Rolf-Beyer

Rolf Beyer, Geschäftsführer

Rolf Beyer: Unser neuer Head Coach Andrea Trinchieri hat im Sommer ein vielversprechendes, aber auch sehr junges neues Team zusammengestellt. Mit Elias Harris, Karsten Tadda sind nur zwei Leistungsträger der letzten Saison im Kader verblieben – zehn neue kamen hinzu. Es ist klar, dass die Mannschaft erstmal zusammen finden muss. Deshalb ist es unser vorrangiges Ziel für die kommende Saison – nach einer Spielzeit, in der wir zum Teil ein sehr verkrampftes Team gesehen haben – wieder attraktiven Basketball zu spielen. Als messbares Ziel wollen wir das Halbfinale der Beko BBL-Playoffs erreichen. Alles darüber hinaus ist ein Bonus.

Redaktion: In der vergangenen Spielzeit konnte der FC Bayern München als Aufsteiger direkt den Meistertitel erringen. Kritiker bemängeln, dass der Erfolg im Wesentlichen auf den hohen Etat zurückzuführen sei, mit dem kein anderer Verein in der BBL mithalten könne. In Anlehnung an einen bekannten Fußball-Ausspruch: Wirft Geld eben doch die entscheidenden Körbe?

Rolf Beyer: Das sehe ich nicht ganz so: der FC Bayern München hat in seinem Meisterschaftsjahr die dritte Beko BBL-Saison seit dem Aufstieg bestritten. Sie haben sich ihren Erfolg keineswegs nur „erkauft“, sondern ebenso hart auf dem Spielfeld erarbeitet wie wir in den Jahren zuvor – unter anderem in den Playoffs 12/13 auch schon gegen die Bayern. Natürlich sind die Grundbedingen in München, mit der Fußball-Marke im Rücken, wesentlich andere als an anderen Standorten. Und dennoch hat zum Beispiel ALBA BERLIN den Bayern im Meisterschaftsfinale hervorragend Paroli geboten. Wir sind in dieser Saison nicht mehr die Verfolgten, sondern die Verfolger. Und wir wollen die Bayern ein Stück weit sportlich ärgern.

Redaktion: Nach Angaben der BBL haben die 18 Klubs der Bundesliga die laufende Saison mit einem Gesamtumsatz von mehr als 88 Mio. Euro abgeschlossen. Können Sie etwas zur Umsatzentwicklung bei den Brose Baskets Bamberg sagen?

Rolf Beyer: Unser Etat hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht weiterentwickelt. Allerdings stoßen wir mit den bestehenden Geldgebern an Grenzen. Brose wird sein Engagement nicht unendlich ausweiten, ganz im Gegenteil, es ist wichtig, dass wir regional und überregional weitere Sponsoren finden, um die Abhängigkeit von Brose zu verkleinern.

Trainer-Basketball

Head Coach Andrea Trinchieri

Redaktion: In den vergangenen Jahren gab es bei den Vereinen der BBL häufig das Phänomen zu beobachten, dass Spieler nur für ein Jahr verpflichtet wurden. Am Ende der Saison wurde dann ein Großteil der Mannschaft ausgewechselt. Bamberg ist hier einen etwas anderen Weg gegangen. Spieler wie Gavel, Jacobsen, Goldsberry oder Pleiss standen über Jahre hinweg im Kader und bildeten das Gerüst der Mannschaft. Wie wichtig sind solche Identifikationsfiguren, insbesondere auch im Hinblick auf die Fanbindung?

Rolf Beyer: Wir setzen auch nach dem Neuaufbau weiterhin auf Kontinuität. Es haben sich aber letztes Jahr Abnutzungserscheinungen gezeigt, die uns ein Stück weit zu einem weitreichenderen Umbau veranlasst haben. Mit der neuen Mannschaft werden wir auch wieder neue Gesichter und Identifikationsfiguren gewinnen. Das können zum Beispiel Brad Wanamaker, Daniel Theis oder Janis Strelnieks sein, aber auch unser Co- Karsten Tadda, der aus der Nähe von Bamberg stammt, sich in unserem Programm entwickelt hat und inzwischen seit sechs Jahren dem Profikader angehört.

Redaktion: Welchen Stellenwert hat die Jugendarbeit für den Verein?

Rolf Beyer: Die Jugendarbeit hat bei den Brose Baskets einen sehr großen Stellenwert. Wir haben ein Netzwerk aus Kooperationsteams, in denen wir jungen deutschen Basketballtalenten optimale Entwicklungsbedingungen bieten und investieren viel in Struktur und Qualität. Natürlich wollen wir möglichst viele der Jungs dann in unserer Profimannschaft wieder sehen. Wir setzen darauf deutsche Spieler selbst von Anfang an zu entwickeln, anstatt sie der Quote wegen fertig ausgebildet „zuzukaufen“. Aktuell stehen mit Karsten Tadda, Daniel Schmidt, Andreas Obst und Johannes Thiemann vier Spieler im Brose Baskets-Kader, die unser komplettes Ausbildungsprogramm durchlaufen haben. Mit Leon Kratzer klopft der fünfte Spieler an die Tür zum Profikader. Wir sind auf einem guten Weg, aber natürlich gibt es immer Luft nach oben.

Redaktion: Wie lauten die mittelfristigen Ziele des Vereins?

Rolf Beyer: Wir wollen wieder um nationale Titel mitspielen und uns in Europa unter den besten Teams etablieren.

Redaktion: Für welche Werte stehen die Brose Baskets Bamberg?

Rolf Beyer: Basketball hat in Bamberg eine lange Tradition. Wir wollen diese mit Leidenschaft, Authentizität und Zielstrebigkeit weiterführen und unseren Fans attraktiven und erfolgreichen Sport bieten, um ihnen für ihre bedingungslose Unterstützung in guten wie auch schlechten Zeiten das maximale zurück zu geben.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Basketball Bamberg

Fotos: Pressefotos (c) Bamberger Basketball GmbH

 

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