Hamburg, 19. Juli. Im internationalen Klimaschutz steht eine der größten globale Herausforderungen des 21. Jahrhundert. Aufgrund der zunehmenden Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt die globale Durchschnittstemperatur kontinuierlich an. Weizenmissernten, Überschwemmungen und schwere Dürren sind die Konsequenzen und verdeutlichen die Abhängigkeit der Menschheit vom Klima. Stabile klimatische Bedingungen sind eine notwendige Voraussetzung für globalen Wohlstand und für Nahrungsmittel-, Wasser- und Energiesicherheit. Um der Erderwärmung langfristig entgegen zu wirken, ist die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als heute notwendig. Doch die internationale Staatengemeinschaft tut sich schwer, verbindliche Richtlinien für alle einzuführen. Einzelne Länder sträuben sich bei der Festlegung von Emissionsgrenzwerte. Für viele gilt Klimaschutz immer noch als Störfaktor beim Wirtschaftswachstum.

Rio-Konferenz

1992 erfolgte im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Zusammenarbeit in Rio de Janeiro ein erster Schritt hin zu einer weltweiten Klimaschutzpolitik. Dort unterzeichneten 154 Staaten die Klimarahmenkonvention, in der sich Industrieländer auf Maßnahmen zu einer langfristigen Senkung der Treibhausgasemissionen verständigten. Zudem wurde der Grundstein für die heutigen multilateralen Umweltabkommen zu Biodiversität, Klimaschutz und zur Bekämpfung der Wüstenbildung gelegt.

Kyoto-Protokoll

Das erste völkerrechtlich verbindliche internationale Abkommen zum Klimaschutz stellt das Kyoto-Protokoll dar, das die Weltgemeinschaft 1997 auf der Klimakonferenz in Kyoto verabschiedet hat. Darin verpflichten sich die Industrieländer, ihre gemeinsamen Emissionen der wichtigsten Treibhausgase im Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Dieses – wenig ehrgeizige – Ziel wurde zwar formal erreicht, jedoch mit riesigen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Während Deutschland und die Europäische Union ihre Emissionen wie geplant senken konnten, sind sie in den USA aber vor allem in Kanada und Australien im gleichen Zeitraum massiv angestiegen. Durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch in Osteuropa und Russland sanken die Emissionen dort um bis zu 30 %, was sich verzerrend auswirkt. Hinzu kommt, dass die Entwicklungsländer, zu denen auch der größte Treibhausgasemittent China gehört, von der Kyoto-Regelung ausgenommen sind.

Klimakonferenz in Doha

Auf der Klimakonferenz in Doha wird die internationale Staatengemeinschaft im November und Dezember diesen Jahres dazu aufgerufen sein, eine Nachfolgeregelung für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu finden. Bislang sind allerdings alle Versuche dazu am Widerstand einzelner Staaten gescheitert. Vor allem die großen Treibhausgas-Emittenten wie USA und China sperren sich gegen eine feste Begrenzung ihrer Emissionen, da sie Nachteile für ihre Wirtschaft befürchten. Doch es braucht verbindliche Vereinbarungen zwischen den Industrieländern. Andernfalls kann auch nicht von den Entwicklungsländern erwartet werden, dass sie sich den entsprechenden Zielen zur Reduktion der Treibhausgase anschließen.

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