Hamburg, 13. Februar. Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland im Schlussquartal 2014 laut Statistischem Bundesamt um 0,7 Prozent  gewachsen. „Die deutsche Wirtschaft hat zum Ende des vergangenen Jahres wieder Tempo aufgenommen“, kommentiert Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Vor allem der private Konsum hat zu dem überraschend kräftigen Plus beigetragen. „Neben den Ausweitungen der Rentenleistungen dürfte auch der Einbruch des Ölpreises zum Jahresende die Nachfrage der privaten Haushalte angekurbelt haben“, so Fichtner. „Aber auch ohne diesen Einfluss wäre die Wirtschaft nach dem schwachen Sommerhalbjahr wohl wieder in Schwung gekommen.“ Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft insgesamt um 1,6 Prozent gewachsen.

In diesem Jahr dürfte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Berliner Konjunkturexperten die Wachstumsrate des Vorjahres in etwa halten können – unter der Voraussetzung, dass sich die außenwirtschaftlichen Risiken nicht verschärfen. „Die Absatzrisiken für die Wirtschaft sind beträchtlich“, erklärt DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. „So bleibt die Erholung im Euroraum fragil, auch weil die politische Unsicherheit – wie zuletzt in Griechenland – wieder erheblich zugenommen hat.“ Hinzu komme die Sorge der Unternehmen um eine mögliche weitere Eskalation im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. „Das alles beeinträchtigt die Investitionsfreude der Unternehmen“, so Junker.

Wenn die Unsicherheit zurückgeht, sind die wirtschaftlichen Aussichten nach DIW-Einschätzung günstig. „Der anhaltende Beschäftigungsaufbau und die kräftige Lohnentwicklung werden den privaten Verbrauch ankurbeln“, sagt Fichtner. Außerdem dürfte der Außenhandel nach DIW-Einschätzung in diesem Jahr gut laufen: Die Exporte entwickeln sich dynamisch und profitieren von der deutlichen Abwertung des Euro. Dagegen wird sich der Aufwärtstrend der Bauproduktion wohl abschwächen: „In der Bauwirtschaft dürfte der Zenit überschritten sein“, sagt DIW-Bauexperte Claus Michelsen. „Abgesehen von einem witterungsbedingten Schub im ersten Quartal ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur noch eine langsame Ausweitung des Wohnungsbaus zu erwarten.“

Pressestelle
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