Hamburg, 28. Mai. Die deutsche Wirtschaft nimmt nach dem unerwartet schwachen Jahresauftakt, in dem die Produktion nur um 0,3 Prozent ausgeweitet wurde, Fahrt auf. Dies signalisiert das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das für das laufende zweite Quartal einen merklichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal anzeigt. „Zwar ist die Industrieproduktion zuletzt etwas schwächer ausgefallen, aber im Trend wird sie wohl weiter aufwärtsgerichtet bleiben“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Die Erholung des Euroraums und die merkliche Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit dürften dem exportorientierten, verarbeitenden Gewerbe Impulse verleihen.

Zudem werden die konsumnahen Dienstleistungsbereiche das Wachstum weiter stützen. Wenngleich sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nach der jüngsten Statistik-Revision durch das Statistische Bundesamt etwas schwächer darstellt, wird sich der Beschäftigungsaufbau wohl fortsetzen – mit etwas geringerem Tempo. Dies und die anhaltenden Lohnzuwächse dürften die verfügbaren Einkommen und damit den privaten Verbrauch etwas anschieben. „Der Konsum wird nach den kräftigen Zuwächsen der vergangenen Quartale aber an Schwung verlieren, auch weil die Inflation anzieht“, so DIW-Deutschlandexperte Simon Junker.

Das DIW Konjunkturbarometer hat nur leicht um einen Punkt auf 106 Punkte nachgegeben; damit bleibt es deutlich über dem Schwellenwert von hundert Punkten, der ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Auf Monatsbasis weist es aber darauf hin, dass die derzeit kräftigen Impulse aus den Dienstleistungsbereichen aber auch vom Arbeitsmarkt nachlassen. „Im weiteren Verlauf des Jahres wird das Wachstum wohl etwas geringer ausfallen“, erläutert Fichtner die Zahlen.

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