Zuckerberg wolle ein Finanztransaktionssystem in Facebook integrieren, besagen Gerüchte. Nach den letzten umfangreichen und auf Erweiterung des Geschäftsfelds ausgerichteten Investitionen (WhatsApp für 19 Mrd. Dollar, Oculus für zwei Mrd. und Ascenta für 20 Mio.), zielt Facebook jetzt anscheinend darauf ab, eine virtuelle Bank zu werden.

Wie die Financial Times (1) enthüllte, wird Facebook in wenigen Wochen eine Genehmigung der irischen Regierung bekommen, um einen sogenannten money transfer service zu starten. In den USA verfügt Facebook bereits über eine Genehmigung für interne Geldtransaktionen, um auf der Plattform App- und vor allem Spielkäufe zu ermöglichen (Spiele wie Candy Crush haben ca. 375 Mio. Nutzer).

Zukünftig soll weltweit jedem Profil eine virtuelle Geldbörse zugeordnet werden, über die Zahlungen in realen Währungen durchgeführt werden können. Einen Testlauf stellten die 2012 von Facebook benutzten credits dar, die als virtuelle Währung für App-Käufe dienten. Sie wurden wieder eingestellt, da die Abwicklung keine einfache Informationssammlung über das Verhalten des Nutzer zuließ.

Facebook ist als soziale Plattform konkurrenzlos. Eine unkomplizierte Möglichkeit, direkt während des Chats Geld zu überweisen, kann für Facebook hoch lukrativ sein. Aus Italien beispielsweise schicken Migranten jedes Jahr mehr als sieben Mrd. Euro in ihre Heimatländer. Damit dürfte das Ziel deutlich sein: eine schnelle Verdrängung bestehender Geldtransfer-Unternehmen durch einfache Technik, niedrige Tarife und das bei mehr als 1,2 Mrd. Facebook-Nutzern.

Ein weiteres Indiz hierfür ist das Interesse Zuckerbergs an drei Start-ups aus dem Segment money transfer: Azimo, Transfer wise und Moni Technologies.

Natürlich war die Antwort aus Palo Alto „no comment“, was sich eher wie eine Bestätigung anhört.


(1) Financial Times link:
www.ft.com/intl/cms/s/0/0e0ef050-c16a-11e3-97b2-00144feabdc0.html#axzz2zX5ccBZk