Hamburg, 15. Mai. Über viele Jahre war Frankreich neben Deutschland das wirtschaftliche Schwergewicht in Europa. Inzwischen jedoch kämpft die „Grande Nation“ mit einer Reihe von Problemen: hohe Staatsschulden, steigende Arbeitslosigkeit und einem schwachen Wirtschaftswachstum. Die Folge: Frankreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 %. Bereits Ende 2012 ging die Wirtschaftsleistung um den gleichen Wert zurück. Folgen zwei Minus-Quartale hintereinander, sprechen Experten von Rezession.

Die Probleme in Frankreich sind vielfältig. So stieg die Arbeitslosigkeit – den 23. Monat in Folge – im März mit 3,2 Mio. Menschen auf einen neuen historischen Höchststand. Neben den Arbeitslosenzahlen steigen auch die Staatsschulden des Landes seit Jahren weiter an: von rund einer Bio. Euro im Jahr 2003 auf geschätzte 1,8 Bio. In 2012.

Nach Einschätzung der französischen Notenbank bleibt die Situation im Land auch in nächster Zeit schwierig. So rechnen die Experten lediglich mit einem Mini-Wachstum von 0,1 % im zweiten Quartal des laufenden Jahres. Von einer nachhaltigen Frühjahrsbelebung kann somit nicht die Rede sein. Ähnlich skeptisch zeigt sich auch die EU-Kommission. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet sie – erstmals seit 2009 – mit einem schrumpfenden BIP. Aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit sinken die real verfügbaren Einkommen stetig. Zudem wirken sich eine Reihe von Steuererhöhungen belastend aus. Im Oktober vergangenen Jahres beschloss die französische Nationalversammlung Steuererhöhungen und Kürzungen in Höhe von insgesamt 36,9 Mrd. Euro.

Um gegen die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt vorzugehen, hat das französische Parlament in dieser Woche eine Reform des Arbeitsmarkts beschlossen, die Lockerungen bei den Arbeitsmarktregeln vorsieht.