Rgensburg, 01. September. Dass Erneuerbare Energien das Klima langfristig schützen, ist bekannt. Dass sie auch für den Abbau von Arbeitslosigkeit sorgen können, ist dagegen eher ein wenig diskutierter und unbekannter Aspekt. Am Beispiel von Siemens, die in den USA Windturbinen produzieren, zeigen wir, wie gut Klimaschutz und eine funktionierende Wirtschaft miteinander harmonieren können.

Am Stadtrand des 11.000-Seelen-Städtchens Fort Madison im US-Bundesstaat Iowa stehen die Produktionshallen von Siemens. Hier baut das Unternehmen seit 2007 Turbinenflügel für Windkrafträder. Und das obwohl Siemens in den Bereichen Atomkraft, Kohle und Gas an den Start ging. Erst seit 2004 steht Windenergie bei Siemens auf der Agenda. Inzwischen generiert der Konzern gut 10% des US-Umsatzes durch diese Sparte. Mit großen innovativen Schritten setzt sich das Unternehmen dabei von der Konkurrenz ab und bringt die Erneuerbare-Energie-Branche in den USA deutlich voran. Denn Siemens ist der erste Anbieter, der es geschafft hat, eine nahtlose Außenhülle für die Rotorblätter zu entwickeln. Die Turbinen halten so länger, sind weniger reparaturanfällig und sorgen so letztendlich für eine bessere Kosteneffizienz. Siemens erschließt sich damit einen der wichtigsten Märkte für Windenergie – denn die US-Windbranche wächst mit durchschnittlich 40% pro Jahr.

Trotz zwischenzeitlicher Einbrüche des Windenergie-Marktes scheint diese Rechnung aufzugehen. Obwohl sich in den USA der Zuwachs neu installierter Windenergie-Kapazität 2010 gegenüber dem Vorjahr auf ca. 5.000 Megawatt halbierte, konnte Siemens seine Marktposition ausbauen und rückte bei Onshore-Windturbinen auf Platz 2 hinter General Electrics vor. Auch weiterhin sind die Aussichten gut. Immerhin gibt es bereits in 29 der 50 US-Bundesstaaten bereits verbindliche Quoten für den Anteil sauberer Energie an der Stromversorgung.

Mit den Erneuerbaren Energien kam auch für viele Menschen in Fort Madison sprichwörtlich eine Wende. Viele fanden einen Job bei Siemens, inzwischen liegt die Anzahl der Mitarbeiter vor Ort bei 700. Dazu kommen pro Siemens-Job etwa 1,65 Arbeitsplätze, die zusätzlich in der Region entstehen – im Einzelhandel oder beispielsweise auch in der Gastronomie. Auf diese Weise sank die Arbeitslosigkeit in Fort Madison von 11% (2007) auf 9% (2011). Präsident Obama lobte dieses Modell bereits und nannte Fort Madison ein Vorbild, wie Amerika die Energiewende schaffen und zugleich die in der Finanzkrise verlorenen Jobs zurückgewinnen könne.

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