Hamburg, 02. Juli. Investoren, die in den ersten sechs Monaten auf deutsche Aktien setzten, haben Grund zur Freude. Trotz der Griechenland-Problematik und dem Super-Gau in Fukushima verzeichnet der Dax, nach zwischenzeitlichem Auf und Ab, ein Wertzuwachs von rund 7 %. Mit diesem satten Plus stellt der deutsche Aktienindex seine europäischen Konkurrenten teils deutlich in den Schatten.

Ein Wechselbad der Gefühle mussten Anleger in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchleben. Zunächst kletterte der deutsche Leitindex bis Mitte Februar von 7.000 auf 7.400 Punkte. Auf den starken Anstieg folgte dann jedoch eine ebenso heftige Korrekturphase, bedingt durch die Dreifach-Katastrophe in Japan mit Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück. In der Folge sank der Dax bis auf unter 6.600 Zähler. Doch so schnell wie es nach unten ging, ging es auch wieder nach oben. Am Ende dieser Phase stand ein Jahreshoch von 7.528 Punkten.

Danach belastete die europäische Schuldenkrise, insbesondere Griechenland, die Kurse. Erneut gab der Dax nach und fiel bis auf 7.060 Punkte zurück. Am vergangenen Mittwoch verabschiedete das griechische Parlament, trotz erbitterten Protests der Bevölkerung, schließlich doch das drakonische Sparpaket und löste eine Erholung der Kurse aus. Zum Ende des ersten Halbjahres schloss der Dax bei 7.376 Punkten – ein Plus von 6,7 % seit Jahresbeginn.

Deutsche Aktien zählten damit zu den Lieblingen in Europa. Der deutsche Index übertrumpfte die meisten anderen Indizes. Zum Vergleich: Der französische Cac 40 legte 5 %, der EuroStoxx 50 nur um 2 % zu, der britische Leitindex FTSE stagnierte gar. Bei Deutschlands unmittelbaren Nachbarn verlief das erste Halbjahr noch ernüchternder. So rutschten der österreichische Leitindex ATX und der Schweizer SMI um gut 5 % ab. Nur der Blick über den großen Teich hält einem Vergleich stand. Um über 6 % stieg der große Bruder des Dax, der Dow Jones Index.

Doch nicht nur in der ersten Börsenliga gibt es Grund zu feiern. Noch stärker gefragt waren Aktien der Unternehmen aus der zweiten Reihe, zusammengefasst im MDax. Innerhalb der ersten Jahreshälfte verbuchte dieser einen Wertzuwachs um 8 % und ist somit nicht mehr allzu weit entfernt von der 11.000-Punkte-Marke. Das Mitte 2007 erreichte Rekordhoch von 11.378 Punkten, rückt somit in immer greifbarere Nähe. Ob es fällt, bleibt abzuwarten. Ebenso was die weitere Entwicklung des Dax betrifft. Unsicherheiten bleiben nach wie vor. Trotz der Entscheidung in Griechenland bleibt die Schuldenkrise weiterhin das marktbeherrschende Thema. Wie die Indizes auf weitere Hiobsbotschaften, die sicherlich kommen, reagieren, bleibt abzuwarten.

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