Hamburg, 17. Oktober. Türkeis Wirtschaft wächst mit hoher Dynamik. Zuletzt betrug der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 8,8 %. In Folge des enormen Wachstums nimmt der Wohlstand bzw. Lebensstandard insgesamt weiter zu. Nicht ohne spürbare Auswirkungen auch für den Energiesektor. So steigt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Strom, wie das BIP, von Quartal zu Quartal. Aktuell beträgt er bereits 2.500 Kilowattstunden. Nach dem Jahresplan 2011 der türkischen Regierung erhöht sich der Verbrauch in den kommenden Jahren weiter kontinuierlich um durchschnittlich 6-8 %. Nach Berechnungen der Elektrizitäts-Transport-Gesellschaft (TEIAS) entsteht ab 2016 dadurch eine Lücke bei der Stromversorgung. Um diese zu schließen, ist der Ausbau Erneuerbarer Energien zwingend notwendig. Aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen in der Türkei bietet diese Branche enormes Wachstumspotenzial. Hinzu kommen durch die Politik geschaffene Anreize, die zusätzlich diese Entwicklung bestärken.

Aktuell ist die Türkei zu einem Großteil von Erdöl- und Erdgasimporten abhängig. Rund 70 % des benötigten Stroms stammt aus dem Ausland. Diese Abhängigkeit soll sich in den kommenden Jahren spürbar reduzieren. Bis zum 100. Republikjubiläum im Jahr 2023 sollen insgesamt 30 % des Strombedarfs durch Solar-, Wind-, Wasserkraft und Biomasse gewonnen werden. Insbesondere der Ausbau der Solarenergie ist vorgesehen. Hierfür bietet die Türkei optimale Voraussetzungen. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt 2.640 Stunden im Jahr bzw. 7,2 Stunden am Tag. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Sonnenscheindauer je nach Ort nur zwischen 1300 und 1900 Stunden. Nach Angaben des staatlichen Instituts zur Elektrizitätserzeugung (Elektrik Isleri Etüt Idaresi, EIE) könne die Türkei damit jährlich rund 380 Mrd. kWh aus eigener Quelle erzeugen. Besonders günstig für die Nutzung sind die südlichen Landesteile, bspw. das zentral-anatolische Becken von Konya oder der Südosten des Landes.

Neben den guten klimatischen Voraussetzungen sprechen auch die politischen Rahmenbedingungen für das Potenzial alternativer Energieträger. Ende des letzten Jahres verabschiedete das türkische Parlament die Novellierung des Gesetzes über Erneuerbare Energien. Darin sind die Einspeisevergütungen für Strom aus alternativen Energieträgern klar geregelt. Die zunächst bis zum Jahr 2015 begrenzten Sätze sehen für Sonnenenergie und Biomasse mit 13,3 US-Cent je kWh die höchste Vergütung vor. Dahinter folgen Geothermie (10,5 US-Cent/kWh) sowie Wind- und Wasserkraft mit 7,3 US-Cent je kWh. Diese Basissätze erhöhen sich jedoch, wenn beim Bau entsprechender Anlagen in der Türkei hergestellte Teile und Komponente verwendet werden. Zudem garantiert der Staat die Abnahme des erzeugten Stroms aus Erneuerbaren Energien. Diese Anreize, verbunden mit den günstigen klimatischen Bedingungen und dem steigenden Energiebedarf verdeutlichen das enorme Wachstums- und Zukunftspotenzial der Branche.

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