Hamburg, 15. August. Am 23. August starten die Füchse Berlin in die neue Handball-Saison. Nach dem fünften Platz in der vergangenen Spielzeit greift das Team um Trainer Davor Sigurdsson erneut nach einer Platzierung im oberen Drittel der Tabelle. Seit ihrem Aufstieg vor gut sieben Jahren haben sich die Füchse zu einem der Handball-Schwergewichte in Deutschland entwickelt. Im Interview wirft Geschäftsführer Bob Hanning einen Blick zurück auf die bedeutendsten Momente seitdem, welche Ziele die Füchse in der neuen Spielzeit verfolgen und warum der Klub aus der Bundeshauptstadt konsequent auf die Jugendarbeit setzt.

Redaktion: Seit der Saison 2007/08 spielen die Füchse Berlin wieder in der ersten Handball-Bundesliga. Seitdem hat der Verein eine enorme Entwicklung hingelegt. Was waren für Sie die bedeutendsten Momente seit dem Aufstieg?

Hanning: Am meisten Freude macht mir, dass wir mehr als ein Verein sind. Wir haben es gemeinsam mit unseren Partnern, mit der Eliteschule SLZB, der Senatsverwaltung, dem Olympiastützpunkt, dem Handballverband und den Vereinen geschafft, uns als große Familie zu entwickeln. Das Resultat vom DHB-Pokalsieg der Männer, das Erreichen des Champions League Final4, sechs deutsche Jugendmeisterschaften und die Schulweltmeisterschaft waren für mich alles bedeutende Momente, neben der Entwicklung von 10 Nationalspielern aller Altersklassen, daher kann ich mich für keins entscheiden.

Redaktion: Werfen wir einen Blick auf die kommende Saison. Wie lauten Ihre Ziele national und international, wo die Füchse 2014/15 im EHF-Pokal starten?

Hanning: Wir wollen uns wieder für das internationale Geschäft qualifizieren. Wir wollen weiter unseren Nachwuchs integrieren und dabei keine Schulden machen.

Redaktion: Mit Sven-Sören Christophersen hat ein wichtiger Leistungsträger die Füchse Berlin in Richtung Hannover verlassen. Wie schwer wiegt sein Abgang?

Hanning: In jedem Schicksal liegt eine Chance. Ich glaube, dass wir mit Paul Drux aus der eigenen Jugend jemanden integrieren werden, an dem wir alle noch viel Freude haben.

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Logo Füchse Berlin | (c) Füchse Berlin

Redaktion: Gleichzeitig konnten Sie Publikumsliebling und Füchse-Kapitän Iker Romero, der seine Karriere eigentlich bereits beendet hatte, überzeugen, noch ein weiteres Jahr in Berlin dranzuhängen. Wie haben Sie das geschafft?

Hanning: Iker liebt die Stadt und diesen Club und wir lieben Iker. Von daher war es ihm eine Herzensangelegenheit, noch einmal ein Jahr für uns dran zu hängen.

Redaktion: Die Füchse Berlin setzen seit Jahren verstärkt auf die eigene Jugend. Warum gehen die Füchse diesen Weg im Unterschied zu anderen Vereinen wie Kiel so konsequent? Spielen hier in erster Linie finanzielle Überlegungen eine Rolle?

Hanning: In meiner tiefsten Seele bin ich Jugendtrainer aus Leidenschaft und habe einfach keine Freude daran, mir Titel zu kaufen. Für mich ist eine Platzierung mit eigenen Jungs viel schöner als gekaufter Erfolg. Wir durften vor drei Jahren mit unserem Kader sensationell in der Champions League spielen. Von den Mannschaften, gegen die wir gespielt haben, ist die Hälfte pleite und viele andere tun sich wirtschaftlich schwer. Ich möchte so etwas bei uns nicht erleben.

Redaktion: Laut dem Portal Handball World lag der Etat der Füchse Berlin in der vergangenen Saison bei 4,8 Mio. Euro. Meister THW Kiel investierte 9 Mio. in die erste Mannschaft. Wirft am Ende Geld doch die Tore?

Hanning: Nicht ausschließlich. Aber natürlich sind Mannschaften wie der THW Kiel oder die Rhein-Neckar Löwen mit Etats weit über dem doppelten für uns nicht mit unseren Mitteln aufzuhalten.

Redaktion: Ist die Meisterschaft für die Füchse vor dem Hintergrund des im Vergleich zu Kiel oder den Rhein-Neckar-Löwen geringeren Etats ein realistisches Ziel?

Hanning: Nein, da muss ich unsere Fans enttäuschen. Für uns ist ein Platz 5 wie für andere eine Meisterschaft.

Redaktion: Einen wesentlichen Teil der Einnahmen generiert der Verein aus Eintrittskarten. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zuspruch seitens der Zuschauer?

Hanning: Das ist in Berlin ein ganz schweres Feld, da es in Berlin 128 Bundesligisten in verschiedenen Sportarten gibt und der Berliner sich lieber einladen lässt, als Karten zu kaufen. Hier arbeiten wir an einer Fankultur, aber der Erlös aus Eintrittskarten hat definitiv noch Steigerungspotenzial.

Redaktion: Wie schwer ist es, in einer an sportlichen und kulturellen Angeboten so reichen Stadt wie Berlin, Menschen vom Produkt Handball zu überzeugen?

Hanning: Wir waren sehr spät auf dem Markt, von daher tut es uns gut, etwas anders zu sein und auch eine Menge für die Stadt zu tun. Dies wird sehr anerkannt.

Redaktion: Für welche Werte stehen die Füchse Berlin?

Hanning: Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung, Seriosität und Transparenz.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview

 

Titelfoto: Bob Hanning, Geschäftsführer Füchse Berlin | (c) Camera 4

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