Hamburg, 30. Juni. Das 2009 gegründete Hamburger Spieleunternehmen Goodgame Studios zählt zu den größten Arbeitgebern der Hansestadt. In rund fünf Jahren schuf der Entwickler und Publisher von Online- und Mobile-Spielen 800 Arbeitsplätze. Weltweit zählt Goodgame inzwischen über 200 Mio. registrierte Spieler. Im Interview erklärt Andreas Haase, Pressesprecher bei Goodgame, was Hamburg für Spielefirmen und Fachkräfte attraktiv macht, welche mittel- und langfristigen Ziele das Unternehmen verfolgt und auf was sich die Fangemeinde in diesem Jahr noch freuen kann.

Redaktion: Herr Haase, Hamburg gilt als die deutsche Hochburg für Online-Spiele. Neben Goodgame gibt es weitere namhafte Anbieter wie bspw. Bigpoint oder InnoGames. Warum konzentriert sich die Szene vor allem in der Hansestadt? Was hat Hamburg, was andere Städte nicht haben?

Andreas Haase, Pressesprecher bei Goodgame Studios

Andreas Haase, Pressesprecher bei Goodgame Studios

Haase: Die Hamburger Spielebranche hat sich über die Zeit zu ihrer jetzigen Größe und Bedeutung entwickelt. Da spielten vielfältige Faktoren und sicher auch der Zufall eine Rolle. Ein wichtiger Faktor war die Initiative gamecity:Hamburg, die sich inzwischen seit über zehn Jahren für die lokalen Spieleunternehmen einsetzt. Mittlerweile zählt die Branche mehr als 3.800 Beschäftigte, über 800 davon allein bei Goodgame Studios. Hamburg ist zudem nicht nur für die Computerspieleindustrie ein attraktiver Standort: die besondere Atmosphäre und hohe Lebensqualität ziehen qualifizierte Leute aus der ganzen Welt in die Hafenstadt.

Redaktion: Seit Gründung hat Goodgame eine rasante Entwicklung genommen und bisher jedes Jahr neue Umsatzrekorde aufgestellt. Wie fällt Ihre Bilanz zu 2013 aus?

Haase: Wir konnten unseren Umsatz 2013 im Vergleich zum Vorjahr vervierfachen. Unsere Mitarbeiteranzahl hat sich von 275 auf 600 mehr als verdoppelt. Außerdem haben wir mit Empire: Four Kingdoms unsere erste App für Smartphones und Tablets veröffentlicht, die sich exzellent entwickelt und zu den umsatzstärksten Apps weltweit gehört.

2013 wuchs die Mitarbeiterzahl von Goodgame auf 600 (c) Sabine Vielmo

2013 wuchs die Mitarbeiterzahl von Goodgame auf 600 (c) Sabine Vielmo

Redaktion: Verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sind die entwickelten Spiele für Browser und mobile Geräte. Was sind die „Zugpferde“ von Goodgame und wodurch zeichnen sie sich Ihrer Meinung nach besonders aus?

Haase: Unsere stärksten Titel sind das bereits erwähnte Empire: Four Kingdoms, dessen Browserversion Goodgame Empire sowie Goodgame Big Farm. Bei allen unseren Spielen legen wir vor allem Wert auf gute Grafik und natürlich Spielspaß. Damit die Spieler auch langfristig von unseren Produkten begeistert bleiben, optimieren wir sie ständig. Beinahe jede Woche gibt es neue Features – das schafft in dieser Geschwindigkeit kaum ein anderes Unternehmen.

Redaktion: Für die Entwicklung neuer Spiele wird entsprechendes Personal benötigt. Generell ist der Markt für IT-Experten hart umkämpft. Daher müssen Unternehmen sicherlich auch Wege abseits klassischer Stellenausschreibungen gehen. Nach eigenen Angaben will Goodgame im laufenden Jahr 600 neue Einstellungen vornehmen. Welche Ansatzpunkte verfolgen Sie, um neue Mitarbeiter zu rekrutieren?

2013 veröffentlichte Goodgame Studios mit 'Empire: Four Kingdoms' die erste App für Smartphones und Tablets

2013 veröffentlichte Goodgame Studios mit ‚Empire: Four Kingdoms‘ die erste App für Smartphones und Tablets

Haase: Zunächst versuchen wir, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört, dass es vielfältige, spannende und herausfordernde Aufgaben gibt. Übrigens auch jenseits der Entwicklung der Spiele. Wir haben trotz unseres starken Wachstums flache Hierarchien erhalten, sodass jeder seine Ideen einbringen kann. Wir arbeiten hart, konzentriert und erfolgsorientiert, vergessen dabei aber niemals den Spaß an der Sache. Zudem haben wir ein ganzes Feelgood-Team, das sich vom Onboarding neuer Mitarbeiter bis zu firmenweiten Partys um die Belange der Belegschaft kümmert.

Um unseren großen Personalbedarf decken zu können, haben wir natürlich ein entsprechend großes Recruiting-Team und sind auf allen relevanten Stellenbörsen sowie Messen vertreten. Und wir sind stark international ausgerichtet: Etwa ein Drittel der Neueinstellungen kommt aus dem Ausland. Wir bekommen sehr viele qualifizierte Bewerbungen, stellen allerdings nur die besten Kandidaten ein. Das sind etwa 1,5 Prozent.

Goodgame beschäftigt ein eigenes Feelgood-Team, dass sich u.a. um alle Belange der Belegschaft kümmert

Goodgame beschäftigt ein eigenes Feelgood-Team, dass sich u.a. um alle Belange der Belegschaft kümmert

Redaktion: Gibt es besondere Angebote, um mehr Frauen für den bisher eher von Männern dominierten Beruf des Spieleentwicklers zu begeistern? Wie ist das Verhältnis von Männern zu Frauen bei den Mitarbeitern von Goodgame?

Haase: Wir engagieren uns unter anderem bei der bundesweiten Initiative „Komm, mach MINT“, die sich vor allem an Frauen richtet. Zusätzlich laden wir regelmäßig zur Goodgame Ladies Night ein, um mehr Frauen für die Spielebranche und für Goodgame Studios zu begeistern. Gleichberechtigung sowie gute Arbeitsbedingungen für Frauen spielen im Unternehmensalltag natürlich eine große Rolle. Derzeit sind etwa 30 Prozent unserer Teams weiblich. Für eine Spielefirma ist das recht viel, es dürfen aber auch gerne noch mehr werden.

Redaktion: Wie seine Mitbewerber ist auch Goodgame inzwischen auf vielen internationalen Märkten vertreten. Anfang Februar gab das Unternehmen bekannt, zusammen mit der NTT Group im asiatisch-pazifischen Raum expandieren zu wollen. Auf welche Besonderheiten müssen Sie dabei achten? Wie unterscheidet sich dieser Markt bspw. zu Europa?

Haase: Mit der NTT Group haben wir in Japan einen starken Partner vor Ort. Das Schwesterunternehmen NTT Docomo ist der größte Mobilfunkanbieter Japans und macht Empire: Four Kingdoms vielen japanischen Spielern zugänglich. Der asiatische Markt stellt auf jeden Fall eine Herausforderung dar: Die Spielgewohnheiten sind anders, es gibt viele wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Unterschiede und auch technische Herausforderungen. Wir haben nicht zuletzt aus diesen Gründen Niederlassungen in Tokio und Seoul gegründet.

Inzwischen ist Goodgame auch auf dem asiatischen Markt vertreten und hat Niederlassungen in Tokio und Seoul gegründet

Inzwischen ist Goodgame auch auf dem asiatischen Markt vertreten und hat Niederlassungen in Tokio und Seoul gegründet

Redaktion: Auf welche Highlights kann sich die Goodgame-Fangemeinde in diesem Jahr noch freuen?

Haase: Im Sommer wird es ein neues Spiel geben, das erste, das wir direkt für mobile Geräte und nicht zunächst für Internetbrowser entwickelt haben. Und natürlich haben wir weitere Titel in Arbeit, zu denen ich aber noch nichts Genaueres sagen kann.

Redaktion: Wie lauten die mittel- und langfristigen Ziele des Unternehmens?

Haase: Unser Hauptziel ist, unser nachhaltiges Wachstum langfristig fortzusetzen. Dazu suchen wir weiterhin die bestmöglichen Mitarbeiter, die mit uns aufregende neue Produkte entwickeln.

Redaktion: Für welche Werte steht Goodgame?

Haase: Leidenschaft, Erfolg, Mitarbeiterfokus und Teamgeist, analytisches Vorgehen, Nachhaltigkeit und, last but not least, Spaß.

Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Fotos: Pressefotos Goodgame Studios (c) Goodgame Studios

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