Hamburg, 08. April. Die Kaufkraft in Deutschland verteilt sich höchst unterschiedlich über das Bundesgebiet und innerhalb der Altersgruppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von GfK Geomarketing. Demnach verfügen die 40- bis 49-Jährigen über den größten Anteil. Mit durchschnittlich 26.798 Euro pro Einwohner und Jahr bzw. einem Gesamtvolumen von 386 Mrd. Euro stellen sie die kaufkräftigste Altersgruppe der Bundesrepublik dar. Dahinter rangieren Senioren über 65 Jahre mit 339 Mrd. Euro, gefolgt von den 30-39-Jährigen (289 Mrd. Euro) sowie den 50- bis 59-Jährigen mit 272 Mrd. Euro.

Ost-West-Gefälle

Zwischen Ost und West des Landes besteht nach wie vor eine zum Teil eklatante Kaufkraftdifferenz. In der Altersgruppe 50-59 erreicht diese ihr Maximum. So beträgt das durchschnittlich verfügbare Einkommen in Westdeutschland 26.865 Euro. In Ostdeutschland sind es dagegen nur 19.121 Euro. Bei jungen Berufstätigen zwischen 20 und 29 Jahren ist die Kaufkraftschere hingegen geringer. In Westdeutschland verfügt diese Altersgruppe über ein durchschnittliches Einkommen von 15.910 Euro pro Einwohner und Jahr, in Ostdeutschland sind es 12.573 Euro.

Nord-Süd-Diskrepanz

Unterschiede lassen sich jedoch nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch Nord und Süd feststellen – wobei es zwischen den Altersgruppen zu differenzieren gilt. So belegt Bayern zwar bei den 20-29-Jährigen den ersten Platz, kommt bei den 60-64-Jährigen jedoch nur auf Platz fünf. Bei Personen über 65 Jahren erreicht der Freistaat sogar nur den achten Platz. Hier rangiert Hamburg an erster Stelle. Insgesamt liegt die Kaufkraft in der Hansestadt in dieser Altersgruppe mit 26.471 Euro deutlich über dem Niveau von München – der Kaufkrafthochburg in Bayern. Dort stehen den über 65-Jährigen im Schnitt rund 2.000 Euro weniger zur Verfügung.

Ausgaben für Wohnen und Freizeit steigen

Ihr Geld stecken die Deutschen – unabhängig ob Nord, Süd, Ost oder West – zunehmend ins Wohnen und private Vergnügen. Im vergangenen Jahr floss fast ein Viertel des privaten Konsums in Wohn- und Wohnnebenkosten. Im Vergleich zum Jahr 2000 stiegen die Ausgaben somit um über 9 %. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die Menschen 2012 sogar über 19 % mehr aus als noch zwölf Jahre zuvor. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit weiter steigenden Konsumausgaben. Grund hierfür sind die robuste konjunkturelle Situation und die Aussicht auf steigende Einkommen.

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