Hamburg, 08. Juli. Im vergangenen Jahr haben Kinos ihren Umsatz deutlich gesteigert. Dies geht aus einer Veröffentlichung der EAI (Europäische Audiovisuelle Informationsstelle) hervor. Demnach setzten die Filmhäuser 2010 rund 6,5 Milliarden Euro um. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von 5 %. Insbesondere 3D-Filme trugen maßgeblich zum Umsatzwachstum bei.

Zwar ist der Kartenverkauf im vergangenen Jahr um 1,6 % zurückgegangen, durch den Anstieg des durchschnittlichen Ticketpreises für 3D-Streifen konnten Kinos dennoch mehr Geld einnehmen: Im Schnitt sind diese um 6,8 % gestiegen. Erfolgreichster Film im vergangenen Jahr war James Camerons 3D-Blockbuster „Avatar“. Insgesamt 43 Millionen Menschen wollten das Abenteuer rund um die Fantasy-Welt Pandora sehen. Auf dem zweiten Platz folgt der erste Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ mit 31,2 Mio. Besuchern. Platz drei und vier geht wieder an zwei 3D-Streifen „Toy Story 3“ und „Alice im Wunderland“.

Vom neuen 3D-Boom profitieren nicht zuletzt auch die deutschen Kinos. Die Filmwirtschaft hierzulande zeigt sich daher für das Gesamtjahr 2011 äußerst optimistisch und hält einen Umsatz von 1 Mrd. Euro für realistisch. Dies wäre ein neuer Rekordwert. Bisher liegt die Bestmarke bei 980 Mio. Euro aus dem Jahr 2009.

Doch nicht nur an den Kinokassen lässt die neue 3D-Technik die Herzen der Filmindustrie höher schlagen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist das Erschweren der illegalen Verbreitung neuester Filme im Internet. Ein Abfilmen räumlicher Bilder im Kinosaal ist praktisch unmöglich.

Oft waren die Filmtheater in der Vergangenheit bereits totgesagt. Mal hieß es, das Heimkino mit Filmen auf DVD oder Blu-Ray-Disc führe zum Niedergang des Kinos. Ein anderes Mal galt die Filmpiraterie im Internet als existenzielle Gefahr für viele Häuser. Die Zahlen für 2010 und der Ausblick für das laufende Kinojahr zeigen jedoch einmal mehr, dass die Branche solche Krisen meistert. Von ihrer letzten Vorstellung sind die Filmhäuser somit sicherlich noch weit entfernt.

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