Glück besteht darin, unserem Leben das rechte Maß zu geben – dies gilt besonders vor Weihnachten. Doch es ist gar nicht so einfach, den Verlockungen der Werbung zu widerstehen, die uns vor Augen führt, was wir alles noch brauchen könnten. Extra lange Öffnungszeiten wie verkaufsoffene Sonntage stellen derweil sicher, dass genug Zeit zum Shoppen bleibt. Von einem Traumstart spricht daher auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und rechnet damit, dass der Markt in den kommenden Wochen weiter anzieht.

An den Klimagipfel in Cancún denkt dabei kaum jemand. Selbst Deutschland, Vorreiter in Sachen Umwelttechnik und Erneuerbare Energien, reagiert nur verhalten. In Kopenhagen hatte sich Angela Merkel noch persönlich und mit viel Engagement für eine Einigung stark gemacht. Nach Mexiko ist sie nicht gereist. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen gibt sich nüchtern, er rechne nicht mit einem Durchbruch. Unter den Staatsoberhäuptern herrscht Einigkeit darüber, dass etwas getan werden muss, doch ein gemeinsamer Entschluss rückt in weite Ferne.

Deutschland hofft nun, dass China seinen Teil leisten wird, doch dafür sollte die Bundesrepublik weiterhin mit gutem Beispiel vorausgehen. Die Förderung Erneuerbarer Energien ist vorbildlich, genau wie Deutschlands Klimaziele. Aber das reicht nicht aus, wir alle müssen umdenken. Ein sparsamer Umgang mit Energie und Ressourcen ist noch immer die beste Energiequelle und ein grundlegender Wandel fängt beim einzelnen Bürger an. Brauchen wir wirklich schon wieder ein neues Handy? Zeit-Autor Philipp Albers hat sich mit der Verschwendung in unserer Gesellschaft beschäftigt. Laut Albers haben 40 % der Menschen ihre gebrauchten Handys ungenutzt in Schubladen herumliegen. Muss es noch mehr Spielzeug aus China sein? Müssen wir uns mit dem Auto durch den Weihnachtsverkehr schieben, anstatt in die Bahn zu steigen? Natürlich wollen wir an Weihnachten anderen Menschen eine Freude machen, doch eben hier kommt es auf das richtige Maß an. Wie wäre es, in diesem Jahr einfach einmal das Auto stehen zu lassen oder etwas global Verantwortungsvolles zu verschenken? Ein wenig Zurückhaltung schadet nicht, schließlich bedeutet weniger Abfall auch weniger CO2. Eine Idee wäre es, regionale Produkte zu kaufen, etwas selber zu machen oder ins Konzert, ins Museum in Ausstellungen einzuladen. Ressourcenschonung hört nicht bei den Weihnachtsgeschenken auf. Wie im Energiebereich auch, führt langfristig nur nachhaltiger Umgang mit Ressourcen zu Einsparungen. Dann bleiben wir anderen Ländern zumindest als Verbraucher weiterhin ein Vorbild und motivieren diese, ebenfalls zum rechten Maß zurück zu finden.