Hamburg, 18. November. Längst zählt Logistik zu den Megabranchen Deutschlands. Neben einem Jahresumsatz von etwa 223 Mrd. Euro bietet sie mehr als 2,8 Mio. Menschen Arbeit. Unternehmen investieren hierzulande etwa 20 Mrd. Euro in dieses Segment. Weil der Versandhandel floriert und Einzelhändler ihre Vertriebswege erweitern, boomt der Bau von Logistikimmobilien. Im Zuge des zunehmenden Online-Handels gehen immer mehr Pakete auf die Reise. Inzwischen kauft ein Viertel der Deutschen lieber on- als offline. Häufig werden die Päckchen und Pakete in der Nähe großer Städte zwischengelagert, um ihre Kunden möglichst innerhalb eines Tages zu erreichen. Dementsprechend stetig wächst der Bedarf an Logistikflächen und Lagerhallen.

Markt für Logistikinvestments gewinnt an Bedeutung
In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belief sich das Transaktionsvolumen des gewerblichen Immobilien-Investmentmarktes auf 12,6 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 3,2 Mrd. Euro bzw. 34 Prozent. Dabei handelt es sich um das höchste Halbjahresergebnis seit dem Boomjahr 2007. Der Aufschwung auf dem Investmentmarkt zeigt sich besonders deutlich im Segment der Lager- und Logistikimmobilien. Hier wurden im ersten Halbjahr 2013 über 1 Mrd. Euro umgesetzt – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 42 Prozent bzw. 310 Mio. Euro. Am Gesamtinvestmentmarkt erreichten Lager- und Logistikimmobilien damit einen Anteil von über 8 Prozent und etablierten sich hinter Büro- und Einzelhandelsimmobilien als drittstärkste Kraft. Gegenüber 2011 konnte die Assetklasse Logistik ihren Anteil am Gesamtmarkt mehr als verdoppeln.

Transaktionsvolumen nach Nutzungsart
Bei Investoren besonders beliebt sind moderne Distributionshallen. Mit einem Anteil von 65 Prozent bzw. 677 Mio. Euro stellen sie den Großteil der Investitionen in Lager- und Logistikimmobilien. Dahinter folgen mit 253 Mio. Euro bzw. einem Anteil von 25 Prozent Lagerhallen. An dritter Stelle rangieren Produktionshallen mit 107 Mio. Euro bzw. einem Marktanteil von 10 Prozent.

Transaktionsvolumen

Transaktionsvolumen nach Investorentyp und Nationalität
Deutsche Logistik- und Industrieimmobilien erfreuen sich sowohl bei nationalen als auch internationalen Investoren hoher Beliebtheit. Auf nationaler Ebene investierten in den ersten sechs Monaten insbesondere Offene Immobilienfonds in das Segment. Auf sie entfiel laut CBRE ein Anteil von knapp 33 Prozent. Dahinter folgten mit jeweils 17 Prozent Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe sowie dem Logistiksektor. Private Immobilieninvestoren konnten ihren Anteil am Transaktionsvolumen dieser Assetklasse im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4 auf 11 Prozent besonders deutlich steigern.

Die Attraktivität Deutschlands als Investitionsmarkt resultiert neben der starken inländischen Nachfrage aus dem großen Interesse ausländischer Investoren. Allein in den letzten beiden Jahren flossen aus dem Ausland rund 1,3 Mrd. Euro in deutsche Lager- und Logistikimmobilien – was einem Anteil von über einem Drittel entspricht. Dieser positive Trend setzte sich in den ersten sechs Monaten 2013 weiter fort. Rund 31 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen in diesem Zeitraum auf ausländische Investoren. Ein Großteil der Anleger kam aus den USA, Großbritannien und Australien. Aufgrund der hohen Nachfrage bleiben die Kaufpreise von Logistikimmobilien voraussichtlich stabil. Gleiches gilt für die Mieten. An Top-Standorten können Investoren laut CBRE daher nach wie vor Spitzenrenditen von 6,5 Prozent erzielen.

Ausblick
Die Entwicklung des Transaktionsvolumens verdeutlicht den Trend hin zur Logistikimmobilie. Allein in den vergangenen 18 Monaten wurden hier fast 2,8 Mrd. Euro allokiert – davon mehr als 1 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2013. Zwar kann sich Deutschland aufgrund der starken Exportabhängigkeit nicht vollends von der Eurokrise lösen, allerdings profitiert die Bundesrepublik und insbesondere die Logistikbranche von einer anhaltend starken Binnennachfrage. Sollte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder erholen, dürften auch deutsche Lager- und Logistikimmobilien entsprechend profitieren. Vor diesem Hintergrund erwarten Experten ein Investmentumsatz von über 2 Mrd. Euro bis zum Jahresende.