Regensburg, 30. Dezember. 2012 treten die neuen Richtlinien für offene Immobilienfonds in Kraft. Für private Anleger* ändert sich dadurch nichts. Institutionelle Investoren dagegen müssen dann Kündigungsfristen und Mindesthaltedauern einhalten. Vor diesem Hintergrund bietet der deutsche Immobilienmarkt vornehmlich zwei Alternativen: den Börsenhandel von Immobilienanteilen und die Investition in Real Estate Investment Trusts (REITs).

Weiterhin schlechte Platzierungszahlen geschlossener und eingefrorene offene Immobilienfonds – die z.T. sogar abgewickelt werden – lassen den Börsenhandel in diesem Segment an Bedeutung gewinnen. Denn das ist mitunter der einzige Weg, Fondsanteile zu verkaufen und so wieder Liquidität zu schaffen. Der Nachteil dabei: Mit der Veräußerung können deutliche Verluste einhergehen. Dieser Umstand bringt eine weitere, in Deutschland lange unbeachtete Immobilienanlageform auf die Investmentagenda: REITs.

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist das ein längst überfälliger Schritt. Hier gelten Real Estate Investment Trusts bereits als etabliertes Anlagevehikel. Entsprechend bietet der Markt Investoren eine Reihe börsennotierter und nicht-börsennotierter REIT-Gesellschaften. In Deutschland sieht das anders aus: Seit der Einführung von REITs im Jahr 2007 haben erst vier Unternehmen den REIT-Status angenommen. Das zu Beginn auf stolze 122 Mrd. € prognostizierte Marktpotenzial liegt aktuell gerade einmal bei 1,0-1,5 Mrd. €. Als mögliche Gründe führen Experten hauptsächlich zwei Faktoren an: zum einen die Herausnahme von Bestandswohnimmobilien aus dem REIT-Gesetz. Zum anderen den obligatorischen Börsengang, der sich als maßgeblich für die mangelnde Bekanntheit und Ausbreitung der REITs zeigt. Hintergrund: Um die steuerlichen Vorteile nicht zu verlieren, muss ein REIT spätestens nach 5 Jahren an die Börse. Vorher fungiert er als sogenannter Vor-REIT. Diese Regelung führte z.T. bereits zu Börsengängen in Marktphasen, die dafür äußerst ungeeignet waren. Änderungen der Gesetzgebung werden daher diskutiert.

Dennoch könnten die Marktereignisse dazu führen, dass deutsche Investoren zukünftig verstärkt einen Blick auf diese Anlageform werfen. „International etablierte REIT-Märkte sollten hier im Fokus stehen“, rät Thomas Hartauer, Lacuna-Vorstand und Initiator eines US-REIT-Fonds. Dazu zählt vorrangig der US-amerikanische REIT-Markt – der älteste der Welt. „Das Investitionspotenzial lässt sich an unserem Lacuna – US REIT ablesen, der seit 1997 gezielt in nord-amerikanische Real Estate Investment Trusts anlegt. Die Wertentwicklung seit Auflage liegt bei 84,99% (Stand 12.12.2011)“, resümiert Hartauer.

*Anlagevolumen bis 30.000 € im Kalenderhalbjahr

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