Hamburg, 14. Februar. In den letzten Jahren hat sich die Bildungslandschaft in Deutschland massiv verändert. Um Fachkräftemangel, demografischem Wandel und internationalem Wettbewerb wirksam entgegenzutreten, ist ein möglichst hohes Bildungsniveau notwendig. Konsequenz dieser Trends ist u.a., dass sich öffentliche Hochschulen ihr einstiges Alleinstellungsmerkmal auf dem Weiterbildungsmarkt zunehmend mit privaten Anbietern teilen müssen. Deren kostenpflichtige Angebote orientieren sich zumeist an der aktuellen und zukünftigen Nachfrage von Unternehmen und bieten Studenten sowohl räumliche als auch zeitliche Flexibilität. Zwar tun sich die Deutschen noch schwer, eignes Geld in die Ausbildung zu investieren. Zuwachszahlen bei den privaten Bildungseinrichtungen lassen jedoch darauf schließen, dass allmählich ein Umdenken stattfindet.

„Während das Bezahlstudium in anderen Ländern längst zur Normalität zählt, ist der Markt in Deutschland für kostenpflichtige, private Weiterbildungen noch überschaubar groß“, so Frank Heinrich, Leiter der Hamburger Stensington Akademie. „Seit 2006 verzeichnet dieses Segment hierzulande aber jährliche Zuwachsraten von 21 Prozent. Grund für das Wachstum ist die gestufte Studienstruktur mit Bachelor und Master. Sie verfolgt indirekt den Zweck, die akademische Weiterbildung auszuweiten und lebenslanges Lernen mit Phasen der Weiterbildung auch nach dem Berufseinstieg zu ermöglichen. In dieses Segment stoßen private Anbieter, die ihre Angebote berufsbegleitend konzipieren und dabei oftmals mit räumlicher und zeitlicher Flexibilität punkten“, so Heinrich weiter.

Vorteil der berufsbegleitenden Weiterbildung gegenüber einem Vollzeit-Studium ist, dass mit regelmäßigen Gehaltseingängen kalkuliert werden kann. Die Studienkosten amortisieren sich im weiteren beruflichen Werdegang oft schon nach kurzer Zeit. Allerdings sprechen beide Bildungsangebote eine unterschiedliche Zielgruppe an: Richtet sich ein Vollzeit-Studium in erster Linie an Erststudenten, dienen Teilzeit-Studiengänge vor allem der beruflichen Weiterbildung. Letztere wenden sich daher vor allem an Bachelor-Absolventen, die zu Zwecken der akademischen Weiterbildung und beruflichen Weiterentwicklung einen Master nachlegen möchten. Zum anderen haben aber auch Nicht-Akademiker die Möglichkeit, sich aus der Praxis heraus für höhere Aufgaben zu qualifizieren.

Da sich Weiterbildungen privater Anbieter also vor allem an Berufstätige richten und die Dozenten häufig aus der freien Wirtschaft kommen, weisen sie oftmals auch einen starken Praxisbezug auf. „Arbeitgeber schätzen dies, da oft Fallbeispiele behandelt werden, die sich direkt in den Unternehmensalltag einbinden lassen. Da auch die Arbeitgeber von der nebenberuflichen Qualifizierung ihrer Mitarbeiter profitieren, unterstützen sie diese häufig bei Finanzierung und Umsetzung des Studiums“, weiß Heinrich. Für Studenten zahlt sich dagegen aus, dass die private Weiterbildung Möglichkeiten bietet, umfangreiche Netzwerkkontakte mit Dozenten und Mitstudenten zu knüpfen. „Neben der Anbahnung interessanter Geschäftskontakte kann sich dies u.a. bei der Suche nach einem neuen Job als hilfreich erweisen“, schließt Heinrich.

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