Hamburg, 26. September. Ein Wiesn-Besuch ist in den meisten Fällen ein Vergnügen – in allen Fällen jedoch ein teures. Jedes Jahr aufs Neue sorgen die dortigen Preissteigerungen für Diskussionen in der örtlichen Presse. Zum Beginn des Oktoberfestes haben Volkswirte der Unicredit/HVB nun den „Wiesnbesucherpreisindex“ (WBPI) berechnet, der die aktuelle Preisentwicklung für einen Oktoberfestbesuch widerspiegeln soll. Am deutlichsten legte der Bierpreis zu. Der Index basiert auf den Kosten für eine Fahrkarte der Münchener Verkehrsbetriebe, den Genuss von zwei Maß Bier (jeweils 1 Liter) sowie dem Verzehr eines halben Hendls (Brathähnchen). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kosten für diese Einheit um 2,8 % gestiegen. Damit liegt der WBPI deutlich über der allgemeinen Inflationsrate, die nur 1,9 % beträgt. Vor dem Hintergrund dieses starken Preisanstiegs verwundert es nicht, dass die Unicredit das Oktoberfest zur ‘Sonderwirtschaftszone’ erklärt.

Am deutlichsten zugelegt hat der Preis für Bier. Um 3,9 % teurer ist die Maß im Vergleich zu 2011. 1971 kostete das Maß noch 2,95 D-Mark, 2002 waren es schon 6,80 Euro und aktuell kostet sie durchschnittlich 9,50 Euro. Zudem dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die zehn-Euro-Marke für ein Maß fällt. Nicht einmal der Preis für Benzin steigt so stark und kontinuierlich wie der Bierpreis. Während ein Liter Super zwischen 1950 und 2010 um 347 % zulegte, betrug die Preissteigerung der Wiesn-Maß im gleichen Zeitraum 942 %.

Auf den Konsum des begehrten Gerstensaftes wirkt sich die regelmäßige Preissteigerung jedoch nicht aus. Seit 1881 legte dieser stetig zu, von 0,68 Maß pro Kopf auf 1,17 Maß pro Kopf (Stand 2009). Zu einem gepflegten Oktoberfest-Besuch scheint die Maß einfach dazuzugehören. Koste sie, was sie wolle.

Insgesamt tranken die Oktoberfestgäste im vergangenen Jahr 7,5 Millionen Maß Bier. Das klassische Wiesn-Hendl gilt als der gastronomische Renner in den Festhallen. Aber auch 118 Ochsen und 53 Kälber wurden 2011 auf der Wiesn verspeist.

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