Hamburg, 06. Mai. Vor rund sechs Jahren kam es zum Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes. Seit dem hängen düstere Wolken über dem Sektor. Nun jedoch zeigen sich wieder erste Sonnenstrahlen: Neben den Preisen steigt auch die Rate der Hausbesitzer im Vergleich zu Mietern wieder, die Bauindustrie verzeichnet eine höhere Nachfrage und sogar die vorsichtige amerikanische Notenbank Fed spricht in einem aktuellen Bericht von einer Verbesserung des Sektors. Doch angesichts der steigenden Preise warnen manche Experten bereits vor einer nächsten Spekulationsblase.

Höchste Preissteigerung seit Ausbrechen der Krise

Laut Immobilienindex Case-Shiller, dem meistbeachteten Index der Branche, betrug die Preissteigerung Ende Februar im Vergleich zum Vorjahr 9,3 %. Die Immobilienbörse Zillow meldet für März einen Anstieg um 9,8 % – die größte Steigerung seit Ausbrechen der Krise 2006.

In fünf Großstädten im Westen der USA fiel der Preisanstieg mit über 20 % noch deutlich stärker aus. In Los Angeles, San Francisco und San Jose beispielsweise liegen die mittleren Kaufpreise bereits heute siebenmal höher als die durchschnittlichen Jahreseinkommen. Daher bezweifeln einige Experten die Nachhaltigkeit der Erholung. Denn aufgrund der Arbeitslosigkeit im Land und stagnierender Einkommen werden sich künftig immer weniger Menschen den Immobilienerwerb leisten können.

Einen wesentlichen Grund für die bis dato positive Stimmung seien in erster Linie die niedrigen Zinsen. Zwar sei nicht davon auszugehen, dass diese auf mittlerer Sicht wieder steigen. Langfristig aber sei mit einem Anstieg zu rechnen, was zur Folge hat, dass die Nachfrage nach Häusern jedoch wieder einbrechen könnte.