Hamburg, 20. Februar. Die Kaufpreise für landwirtschaftlich genutzte Flächen in Deutschland sind zwischen den Jahren 2000 und 2013 um durchschnittlich 80 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum wurden die Preise dem aktuellen Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge jedoch nicht – wie oft vermutet – von Spekulationen in die Höhe getrieben, sondern insbesondere von den besseren Verdienstaussichten der Landwirte. Lag der Gewinn eines deutschen Haupterwerbsbetriebs in den Jahren 2001/2002 noch bei durchschnittlich 595 Euro pro Hektar, waren es 2012/2013 etwa 839 Euro pro Hektar. Anzeichen für auf Spekulationen beruhende Preisblasen fanden die Forscher bei der Analyse von 5082 Verkäufen landwirtschaftlich genutzter Flächen nicht. Für die landwirtschaftlichen Betriebe seien die steigenden Bodenpreise Fluch und Segen zugleich, so die Forscher. „Hohe Bodenpreise erschweren den Flächenerwerb für expandierende Betriebe; gleichzeitig bieten sie jedoch gute Sicherheiten für die für Investitionen meist notwendige Aufnahme von Krediten. Weiterhin bilden sie für weniger produktive Landwirte einen Anreiz zur Produktionsaufgabe“, urteilen Silke Hüttel von der Universität Rostock, Martin Odening von der Humboldt-Universität zu Berlin und Vanessa von Schlippenbach vom DIW Berlin.

Derzeit wird nach Angaben des Agrarberichtes der Bundesregierung rund die Hälfte der deutschen Bodenfläche für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Im Jahr 2013 bewirtschafteten Landwirte in Deutschland rund 16,7 Millionen Hektar. Rund 11,9 Millionen Hektar davon (71 Prozent) wurden als Ackerland genutzt und etwa 4,6 Millionen Hektar (28 Prozent) als Dauergrünland. Die Nutzfläche wird jedoch von Jahr zu Jahr kleiner: Im Jahr 2013 schrumpfte sie nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit jeden Tag um etwa 80 Hektar. Gleichzeitig wurden die landwirtschaftlichen Betriebe jedoch immer größer: Bewirtschaftete ein landwirtschaftlicher Betrieb im Jahr 1999 noch durchschnittlich etwa 40 Hektar, waren es 2010 bereits 56 Hektar. Der Kampf um die Flächen bleibt bestehen. Ein Ende ist den Wissenschaftlern zufolge nicht in Sicht: „Da nicht abzusehen ist, dass sich die im letzten Jahrzehnt stattgefundene positive Entwicklung des Agrarsektors grundsätzlich ändern wird, ist davon auszugehen, dass der Nachfragedruck auf die knappen Agrarflächen weiter bestehen bleibt – mit der Folge hoher Bodenpreise.“

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