Hamburg, 04. März. Für die meisten Unternehmen ist eine umfassende Infrastruktur das Hauptinvestitionskriterium. In der Vergangenheit wusste Deutschland hier zu überzeugen: ein dichtes Verkehrsnetz mit gut ausgebauten Autobahnen sowie das längste Schienennetz Europas sorgten dafür, dass Lieferungen von Vorleistungsfirmen schnell vor Ort sind. Der positive Eindruck erhält jedoch zunehmend Risse. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sehen mittlerweile 64 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch Mängel im Straßenverkehrsnetz beeinträchtigt.

Nicht nur der Zustand des Straßennetzes wird kritisch gesehen. Auch in punkto Kommunikationsnetz zeigen sich die Befragten zunehmend unzufrieden. 54 Prozent erachten dessen aktuellen Zustand als Hemmnis für ihre Arbeit, gleiches gilt zumindest für 43 Prozent beim Thema Stromversorgung.

Laut Berechnungen des IW sind in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 120 Mrd. Euro in die Infrastruktur notwendig, um die Attraktivität Deutschlands für Investoren langfristig aufrechtzuerhalten. Zum Vergleich: Die Summe entspricht einem Drittel der Gesamtausgaben des Bundeshaushalts 2013. Laut IW soll das Geld zu je einem Drittel in den Ausbau der Stromnetze, die Modernisierung der IT-Netze sowie in Fernstraßen und Brücken investiert werden. Berechnungen des Instituts zufolge zahlen sich die hohen Aufwendungen mittel- bis langfristig aus. Demnach würden Investitionen in in Höhe von 10 Mrd. Euro seitens der Politik die Wirtschaftsleistung des Landes bereits um 2,5 Mrd. Euro erhöhen. Folglich hätten sich die Ausgaben bereits nach vier Jahren amortisiert.