Hamburg, 23. Juli. Nach langen Monaten des Wartens ist das royale Baby nun endlich da. Kate Middleton, Herzogin von Windsor, brachte am Montag im Londoner St. Mary’s Krankenhaus einen 3,8 Kilogramm schweren männlichen Thronfolger zur Welt. Abseits der Spotlights haben die Marketingmaschinen der „Firma Windsor“ die Arbeit jedoch längst aufgenommen. Der Thronfolger soll den etwas biederen Charme der „Firma Windsor“ aufwerten und auch jüngere Generationen für den Royalismus begeistern. Gutes Geld lässt sich damit außerdem verdienen: Von dem Medienrummel profitiert die Familie Windsor – und die ganze britische Volkswirtschaft gleich mit.

Prince Charles setzt voll und ganz auf die vaterländische Karte: Über seinen Biobauernhof Highgrove bietet er handgemachte Babyschuhe mit dem Union Jack zum Kauf an. Kates Eltern Carole und Michael Middleton vertreiben über ihren Internetshop Party Pieces eine Reihe neuer Baby-Accessoires. Und auch in den Palast-Shops des Royal Collection Trusts, dessen Einnahmen in die Erhaltung der königlichen Immobilien fließen, liegt Babymode zum Verkauf bereit.

Ob der königliche Nachwuchs nun einen Baby-Boom auslöst, kann erst in einigen Monaten beurteilt werden. Sicher ist die Geburt jedoch ein volkswirtschaftlicher Faktor. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wird das Baby über 240 Mio. Pfund (283,17 Mio. Euro) in die britische Wirtschaft spülen. Schätzungen zufolge haben rund 4,8 Mio. Menschen 63 Mio. Pfund für Alkohol ausgeben, um auf die Geburt des künftigen Thronfolgers anzustoßen. 25 Mio. Pfund werden in das Catering von „Baby-Partys“ investiert. Hinzu kommen Ausgaben in Höhe von 156 Mio. Pfund für Souvenirs wie Teller, Spielsachen, Bücher und DVDs, die zu diesem Anlass auf den Markt kommen werden. Der britische Einzelhandel erwartet zudem einen sogenannten „Kate-Effekt“. Was die junge Herzogin trägt, ist oft schon nach Stunden ausverkauft. Wahrscheinlich ist, dass dieser Effekt nun auch auf das Kind übergeht und damit den Verkauf von Babyprodukten ankurbelt. Sollte der Trend mit dem Kind wachsen, dürfte sich der britische Einzelhandel über einen langfristigen positiven Wachstumsimpuls freuen.