Hamburg, 07. November. Nach einer 18-monatigen Talfahrt stabilisiert sich der europäische Solarmarkt im kommenden Jahr. Davon geht NPD Solarbuzz in einer aktuellen Studie aus. Als Grund für den vorangegangen Niedergang führt das Marktforschungsunternehmen den Handelsstreit der Europäischen Union mit China an. Insbesondere hierzulande dürften die Probleme zum Teil aber auch hausgemacht sein.

Nach den Studien-Ergebnissen hat die europäische Solarbranche eine lange und schwere Talfahrt hinter sich gebracht, die im Jahr 2012 begann und bis ins laufende Jahr andauert. Im dritten Quartal 2013 lag die Nachfrage in Europa noch um elf Prozent unter dem vorangegangenen Quartal und 43 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet Solarbuzz ein Volumen von rund 10,5 Gigawatt und damit einen Rückgang um 37 Prozent gegenüber 2012.

Der Abschwung des europäischen Solarmarktes im laufenden Jahr begründet sich in erster Linie in der sinkenden Nachfrage von Photovoltaikanlagen aus Deutschland und Italien, die einen großen Teil des Marktvolumens stellen. Während 2013 auch in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Slowenien und Spanien Rückgänge zu verzeichnen waren, hatten allein das Vereinigte Königreich, Rumänien und Österreich Zuwächse zu verzeichnen.

Als Grund für den Niedergang gibt NPD Solarbuzz den Solar-Handelsstreit zwischen Europa und China an. Für den Niedergang insbesondere deutscher Solarkonzerne wie Solarworld, SMA Solar, Q-Cells, Conergy, Solon, Solar Millennium, Centrotherm oder auch Phoenix Solar dürften aber noch weitere Gründe entscheidend sein. So haben sich die Machtverhältnisse auf dem Solarmarkt grundlegend geändert. Billig produzierende Wettbewerber aus China machen deutschen Unternehmen mit Dumpinglöhnen Konkurrenz. So liegen die Produktionskosten hierzulande um bis zu 15 Prozent höher als die der Asiaten. Ein weiterer Grund für den Niedergang ist, dass deutsche Unternehmen jahrelang die Entwicklung neuer Produkte verpasst und sich stattdessen auf üppige staatliche Förderungen verlassen haben. Auf ihrem Höhepunkt waren deutsche Solarunternehmen nach Berechnungen von Handelsblatt Online einmal mehr als 25 Mrd. Euro wert. Davon dürfte heute jedoch nur noch ein Bruchteil übrig sein.