Hamburg, 07. Juli. Ich will doch nur spielen. Vielen liegt dieser Satz sicherlich noch in den Ohren. Bereits 2006 feierte die Popsängerin Anette Louisan mit dem gleichnamigen Lied einen großen Hit in Deutschland. Doch nicht nur musikalisch hat das Thema Potenzial. In den letzten Jahren hat sich die Branche rund um sogenannte Browser-Games enorm weiterentwickelt und verzeichnet auch aktuell große wirtschaftliche Erfolge. Die Spiele zeichnen sich dadurch aus, dass ein herunterladen nicht notwendig ist: Sie können nach Registrierung einfach im Internet gespielt werden, kostenlos. Nur wer besonderes Zubehör freischalten will, muss zahlen. Laut „State of Gaming Report 2010“ spielen bereits über 500 Millionen Menschen im World Wide Web – Tendenz stark ansteigend. Und Hamburg ist in diesem Segment ein bedeutender Standort.

Ein Grund hierfür sind die besonders attraktiven Bedingungen, die die Hansestadt den Spielemachern bietet. Bereits 2003 gründete die Stadt die Public-Private-Partnership „gamecity:Hamburg“ – das größte regionale Netzwerk innerhalb der Games-Branche in Deutschland. Es bietet hier ansässigen Unternehmen Beratung und regelmäßige Branchentreffen. Darüber hinaus initiierte der Zusammenschluss einen Masterstudiengang „Games“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft, der neue Fachkräfte hervorbringen soll. Denn hierin besteht die größte Herausforderung der Branche.

Auch Bigpoint, Weltmarktführer mit Sitz in Hamburg, kennt dieses Problem. Aktuell sucht das Unternehmen 350 neue Angestellte um seine ehrgeizigen Expansionspläne weiter voranzutreiben. Mittlerweile zählt Bigpoint über 200 Millionen registrierte Nutzer in 108 Ländern, jeden Tag kommen 1000 Spieler dazu. Jeder zehnte Spieler gibt für die eigentlich kostenlosen Spiele Geld aus. Dadurch erzielt der Spielehersteller einen Umsatz in mittlerer drei- und einen Gewinn in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Verglichen mit PC- oder Konsolenspielen sind diese Zahlen noch relativ gering. Experten erwarten in den nächsten Jahren für die gesamte Branche jedoch ein kräftiges Wachstum. So schätzt beispielsweise der US-Marktforscher Instat, dass sich das Volumen von 7,3 Milliarden Dollar im Jahr 2010 bis 2014 verdoppelt. Von dieser Entwicklung profitiert nicht zuletzt auch Hamburg. Weitere Unternehmen und Arbeitsplätze entstehen, wodurch sich auch die Wirtschaft der Stadt insgesamt weiter belebt. Für Hamburg heißt es also alles andere als „game over“.

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