Hamburg, 14. Oktober. Deutsche Privatanleger sind vor dem Hintergrund schwankender Börsenkurse massiv verunsichert. Was niemanden wundert. Eine aktuelle Studie bestätigt dieses wirre Stimmungsbild deutscher Investoren: Europa, das im vergangenen Jahr deutlich in der Anlegerbeliebtheit aufgeholt hatte, verliert aufgrund der Krise stark an Stellenwert. Auch die USA sind vor dem Hintergrund der ausufernden Staatsverschuldung und des herunter gestuften Ratings längst kein begehrtes Investitionsziel mehr. Bleiben die Schwellenländer und natürlich Deutschland selbst. Die Studie zeigt: Emerging Markets werden zwar als aufstrebende Ökonomien anerkannt, aber jetzt schon dort investieren? – Nein, danke. Auch Deutschland bekommt die Krise zu spüren und büßt Anlegervertrauen ein. Im Ergebnis stehen Unsicherheit, Verwirrung und Ratlosigkeit – diese Faktoren scheinen die einzige Schnittmenge zu sein, die sich derzeit zwischen deutschen Anlegern und den weltweiten Märkten abzeichnet.

Zum vierten Mal in Folge legt das Stimmungsbarometer des britischen Vermögensverwalters Schroders das Anlegerverhalten deutscher Privatinvestoren offen. Demnach verliert Deutschland seinen Status als sicheres Anlageziel. Nur noch 58% – das sind 14% weniger als im Vorjahr – planen in den nächsten zwei Jahren, in ihr Heimatland zu investieren. Ähnlich der Trend für das gesamte Europa: Zwar konnte hier ein Anstieg der Investitionen auf aktuell 35% verzeichnet werden, für die kommenden Jahre aber sinkt der Wert auf 28%. Auch die USA – lange Zeit ein beliebter Markt, den nur 1/5 der Befragten als risikoreich einstuften – wurden abgestraft. Inzwischen liegt der Prozentsatz derer, die den USA das höchstmögliche Risiko unterstellen, bei 45%. Auch die Schwellenländer sind aus Sicht der deutschen Privatanleger keine echte Alternative. Als Wachstumsmarkt zwar anerkannt, will hier dennoch kaum ein Anleger investieren. Beispielhaft belegt dies ein Blick auf China: 54% erkennen das Land des Lächelns als aufstrebende Wirtschaft an – einige reden sogar von der zukünftigen ökonomischen Supermacht –, Investitionen bringt diese Erkenntnis allerdings nicht mit sich, da die Risiken als zu hoch bewertet werden.

Im Ergebnis fehlt nach wie vor die Antwort auf die Frage: Wohin mit dem Geld? Einzig zuverlässige Faktoren werden wohl auch in absehbarer Zeit auf Anlegerseite Verwirrung und Unsicherheit bleiben. Wie schön wäre es da, jetzt gute Finanzberater zur Seite zu haben?

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