Hamburg, 02. Juli. Im sechsten Teil unserer Serie steht die Region Asien/Pazifik im Fokus. Lesen Sie im Folgenden, für welche Länder die Experten von Dun & Bradstreet (D&B) eine Verbesserung bzw. Verschlechterung erwarten und für welche Staaten der Ausblick stabil ist.

Im vergangenen Jahr haben sich die Aussichten in der Region leicht verschlechtert. Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung war der starke Rückzug von Investoren aus den Schwellenländern sowie die anhaltende Ungewissheit über die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise. Trotz der nach wie vor herrschenden Unsicherheit geht D&B davon aus, dass die asiatischen Volkswirtschaften im laufenden Jahr eine moderate Rezession in Europa überstehen können und weiter wachsen. Wichtig hierfür: Politik, Notenbanken und Unternehmen müssen verhindern, dass sich die europäische Finanzkrise auf die Schwellenländer überträgt und deren weitere wirtschaftliche Entwicklung entscheidend negativ beeinflusst.

Chinesische Immobilienblase

Ungeachtet der Gefahr einer Rezession bzw. eines Übergreifens der europäischen Finanzkrise stellt nach Einschätzung von D&B das politisch gesteuerte Platzen der chinesischen Immobilienblase eine weitere Gefahr für die Region dar. 2011 beliefen sich die Immobilieninvestitionen auf mehr als ein Achtel des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Absinken des realen BIP-Wachstums in diesem Jahr ist möglicherweise ein Vorbote für eine Abwärtskorrektur der regionalen Profite, Exporte und Preise für Hauptexportgüter. Eine ähnliche Entwicklung gab es bereits 2009. Durch eine Lockerung der chinesischen Politik sei jedoch ein Wirtschaftswachstum von 8,1 % durchaus möglich, so D&B.

Unsicherheitsfaktor Iran

Aus Sorge um einen möglichen Militärschlag gegen den Iran wird China versuchen, seine Abhängigkeit von iranischem Erdöl zu reduzieren. Sollte ein solcher Schlag erfolgen, könnte dies weitreichende Folgen für den Rohölmarkt insgesamt haben. Eine politisch bedingte Verknappung wäre eine der realistischen Möglichkeiten – ein höherer Ölpreis die Folge.

Gesunde Staatshaushalte

Mit Ausnahme von Japan und Indien stellen sich die Staatshaushalte in der Region insgesamt als gesund dar. So stiegen allein die chinesischen Staatseinnahmen im vergangenen Jahr um 25 %. Aufgrund der insgesamt positiven Haushaltslage entstehen in der Region entsprechend vermehrt Räume für Kreditwachstum.

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Allgemeiner Risikohinweis für Finanzprodukte