Hamburg, 28. Oktober. In Deutschland warnte zuletzt die Bundesbank vor Preisübertreibungen im Wohnsegment einiger Metropolen. Gleichzeitig widersprachen die Experten der Einschätzung mancher Marktteilnehmer, am deutschen Immobilienmarkt zeichne sich eine Immobilienblase ab. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln teilt die Einschätzung der Bundesbank. Während hierzulande also der überwiegende Teil zumindest kurz- bis mittelfristig keinen Absturz des Immobilienmarktes befürchtet, ist ein solches Szenario in China dagegen durchaus realistisch.

Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent

Nach aktuellen Zahlen des chinesischen Statistikamtes NBS lagen die Hauspreise im September in 69 von 70 untersuchten Städten höher als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich schossen die Preise in den Industriezentren Guangzhou und Shenzhen nach oben. Hier lag der Anstieg im Jahresvergleich bei je 20 Prozent. In der Hauptstadt Peking verteuerten sich Immobilien um 16 Prozent, in Shanghai um 17 Prozent. In insgesamt 13 Städten lag der Preisanstieg im zweistelligen Bereich.

Häusermarkt mit Schlüsselfunktion für Chinas Wirtschaft

Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung auf Chinas Immobilienmarkt mit zunehmender Sorge. Der Häusermarkt ist für einen wesentlichen Teil des Wachstums des Landes verantwortlich. Bricht dieser Markt zusammen, dürfte dies nicht spurlos an der Wirtschaft Chinas aber auch an der weltweiten Konjunkturentwicklung vorübergehen. Bereits während der Finanzkrise sowie in der europäischen Schuldenkrise spielten Übertreibungen im Immobilienbereich eine Schlüsselfunktion.