Hamburg, 10. Dezember. Unter Experten gilt die Subprime-Krise in den USA als Auslöser der weltweiten Finanzmarktkrise. Nach jahrelangen Preisanstiegen endete der Häuserboom in den USA im Jahr 2006. Zuletzt hellte sich das Bild am amerikanischen Immobilienmarkt jedoch wieder deutlich auf, Häuserpreise markierten einen neuen Rekordanstieg. Einige Experten sehen inzwischen bereits Anzeichen für eine erneute Blase.

Häuser in 20 ausgewählten US-Metropolen verteuerten sich laut Case-Schiller-Index im September um über 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der stärkste Anstieg seit Februar 2006. Auch die landesweiten Zahlen, die nur alle drei Monate evaluiert werden, verdeutlichen mit einem Plus von rund 11 Prozent die vermeintlich positive Entwicklung. Besonders im Westen stiegen die Preise deutlich, wobei Las Vegas mit mehr als 29 Prozent den größten Anstieg verzeichnete. Dahinter folgen San Francisco (25,7 Prozent) sowie Los Angeles (21,8 Prozent).

Vor diesem Hintergrund diskutieren Experten bereits die Möglichkeit einer neuen Blase. Der Großteil der Marktteilnehmer hält eine Wiederholung des kollektiven Spekulationsrausches der 2000er Jahre im Moment allerdings für eher unwahrscheinlich. Noch sei die Entwicklung am amerikanischen Immobilienmarkt durchaus gesund. Seit dem Tiefpunkt im März 2012 hätten die Preise erst rund die Hälfte der während der Krise erlittenen Verluste wieder ausgeglichen. Zudem dämpften steigende Bauzinsen die Nachfrage.

Als ein weiteres Argument gegen eine neue Blase weisen Experten zudem auf den Monatsvergleich der 20 untersuchten US-Metropolen hin. Demnach fiel der Anstieg in 19 Städten im September geringer aus als noch im August. Einzig in Detroit stiegen die Preise stärker an. Allerdings hat die ehemalige Hochburg der US-Automobilindustrie in den letzten Jahren einen beispiellosen Abstieg hinnehmen müssen und sich von einer Boom- zu einer Geisterstadt entwickelt. Langsam zeigen sich erste wirtschaftliche Erholungstendenzen, die sich auch entsprechend positiv auf die Immobilienpreise auswirken. Im landesweiten Vergleich befinden sich diese jedoch noch immer auf sehr niedrigem Niveau. In anderen Städten wie dem südöstlichen Charlotte gingen die Preise von August bis September erstmals in diesem Jahr sogar zurück. Für Oktober erwarten Marktteilnehmer bereits weitere Preisrückgänge. Vor diesem Hintergrund ist die Entstehung einer neuen Blase am US-Immobilienmarkt aktuell unwahrscheinlich.