Hamburg, 30. August. In Deutschland geht die Zahl der Privatinsolvenzen weiter zurück. Nach aktuellen Zahlen mussten im ersten Halbjahr 63.000 private Schuldner Insolvenz anmelden – ein Rückgang von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch für das Gesamtjahr zeigen sich Experten zuversichtlich. Die Gesamtanzahl der Privatinsolvenzen in diesem Jahr werde bei etwa 126.000 bis 128.000 liegen. Dies bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 2.000 bis 4.000 Insolvenzen. Damit setzt sich ein Trend seit 2010 weiter fort. Damals, im ersten Jahr nach der Rezession, markierten die Privatinsolvenzen hierzulande mit 139.000 einen neuen Höchststand. Seitdem sinkt die Zahl jedes Jahr sukzessive.

Robuste Binnenkonjunktur hauptverantwortlich für positive Entwicklung

Hauptverantwortlich für die positive Entwicklung ist laut Experten die robuste Binnenkonjunktur, die sich positiv auf die Beschäftigungsquote und die Lohnzuwächse auswirkt. Gleichzeitig warnen sie jedoch davor, dass im Falle steigender Arbeitslosenzahlen auch die Zahl der Privatinsolvenzen wieder zunehmen könnte. Neben Arbeitslosigkeit führen insbesondere dauerhaftes Niedrigeinkommen, Krankheit, Scheidung, Immobilienfinanzierung oder eine gescheiterte Selbstständigkeit in die private Insolvenz. Dabei müssen die Betroffenen nicht zwangsläufig hoch verschuldet sein. Im Schnitt betragen die Schulden bei zahlungsunfähigen Personen in etwa 28.000 Euro, bei jungen Leuten unter 25 sind es sogar weniger als 10.000 Euro.

Reform des Insolvenzrechts

Durch eine Privatinsolvenz haben die betroffenen Personen die Möglichkeit, nach 6 Jahren von ihren restlichen Schulden befreit zu werden. Durch die vor kurzem beschlossene Reform des Insolvenzrechts verkürzt sich dieser Zeitraum künftig sogar noch einmal. Ab Juli 2014 ist dann eine Befreiung nach 3 Jahren möglich – vorausgesetzt ein Drittel der Schulden wurde beglichen.