Lübeck, November 2018. Der Gründungs-Boom in Deutschland erreichte im Jahr 2017 seinen Höhepunkt: Noch nie gab es so viele Neugründungen. Doch hält dieser Trend an? Mit Hilfe exakter Zahlen und Daten des Handelsregisters ermittelt Wirtschaftsinformationsexperte databyte präzise Antworten. Eine Analyse des Wirtschaftsjahres 2018 zeigt: Die ungebremste Gründungslust der Deutschen ist erstmal vorbei.

Gesetzte Start-up-Kultur

Waren es 2017 noch 111.481 Neugründungen, fällt die Anzahl 2018 auf 80.014, also 28,2 Prozent weniger Gründungen als im Vorjahr – ein gewaltiger Sturz im Vergleich zu den vorherigen Jahren mit stetig wachsenden Neueintragungen. Dass dieser Einbruch allerdings nicht auf ein Wirtschaftstief hinweist, zeigen die ebenfalls abnehmenden Insolvenzen: 19,6 Prozent weniger Konkurse als im Vorjahr wurden angemeldet. Absolut bedeutet das 7.761 Schließungen gegen 9.648 im Jahr 2017. Dieser Aufwärtstrend steht für Stabilität, denn im Vergleich zu 2016 lassen sich 23 Prozent weniger Insolvenzen verzeichnen.

Bundesländer im Vergleich

Spitzenreiter der Gründerszene bleibt Nordrhein-Westfalen. Mit 20 Prozent aller Neugründungen hält sich das bevölkerungsreichste Bundesland auf dem ersten Platz. Jedoch nicht mehr unangefochten, denn Bayern gewinnt 2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr hinzu und zieht prozentual mit dem Dauersieger gleich. Einzig die genauen Zahlen zeigen einen Unterschied: 16.124 gegen 15.707 Neugründungen. Nach den beiden Bestplatzierten klafft eine große Lücke. Auf Platz 3 liegt mit 9.161 Neugründungen, oder 11 Prozentanteil im gesamtdeutschen Raum, Baden-Württemberg. Platz 1 bis 3 stimmen mit der Bundeslandgröße nach Einwohnerzahl überein, doch auf Platz 4 der Neugründungen folgt nicht Niedersachsen, sondern Berlin mit 9 Prozent oder 6.883 Gründungen. Am wenigsten Neugründungen 2018 wurden im Saarland angemeldet, bloß 725 Firmengründungen kann das Bundesland verbuchen.

Insolvenzen abgewendet

Weniger Bankrott bedeutet im Grundsatz wirtschaftliche Stabilität. Fast alle Bundesländer weisen einen Rückgang an Insolvenzen auf – bis auf Bremen und Thüringen, die bis Ende Oktober schon jeweils 10 Insolvenzen mehr als im vergangenen Jahr zu beklagen haben.

Im Osten kaum Neues

Sowohl Insolvenzen als auch Gründungen bleiben zu +/- 1 Prozentpunkt gleich. Der Osten kommt auf 10 Prozent der Neugründungen in Deutschland, mit Berlin sind es 18 Prozent. Die Insolvenzen belaufen sich auf 21 Prozent mit Berlin und etwa 13 Prozent ohne Deutschlands Hauptstadt.

 

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