Family Offices gehen als Sieger der Krise hervor. Laut der aktuellen repräsentativen Studie „Mythos Family Office 2010“ des Bayerischen Finanz Zentrums e.V. et al. verzeichneten rund 80% der befragten Institutionen keine Liquiditätsengpässe innerhalb des verwalteten Vermögens in den vergangenen beiden Jahren. Als Geschäftsführer des A/VENTUM family office hat auch Oliver Heller seine vermögenden Kunden erfolgreich durch die Finanzkrise begleitet. Dabei stehen stets Kapitalerhalt und Diversifikation im Vordergrund. Oliver Heller erklärt im Interview, wie sich das Anlegerverhalten seiner Klienten verändert hat und auf welche Strategie A/VENTUM 2011 setzt.

Inwiefern hat sich das Verhalten Ihrer Klienten durch den finanziellen Showdown 2008/2009 verändert und inwiefern haben sich die Ansprüche und Erwartungen Ihrer Klienten verändert?

Der Trend geht eindeutig zu mehr Sicherheit und Liquidität. Gleichzeitig haben wir einen Rückgang der Risikobereitschaft festgestellt. Mit einem Rendite-Risiko-Profil von 6-8% p.a. bei einem maximalen Draw Down von 10% auf Jahresbasis treffen wir bei den meisten unserer Anleger ins Schwarze. Des Weiteren verzeichnen wir einen Zuwachs an Anfragen nach unserem Dachfonds.

Herr Heller, Sie setzen in Ihrem hauseigenen Dachfonds besonders auf eine strategisch diversifizierte Asset Allokation. Wie stellt sich diese dar?

Eine breite Diversifikation bringt Absicherung. In unserem Dachfonds setzen wir auf eine flexible Dreiteilung. So sind wir zu einem Drittel in regelbasierte Managed Futures-Produkte investiert. Diese CTAs sind über Intraday-, Short-, Mid-, Long-Term- und Contrairian-Trader sowie über alle liquiden Märkte gefächert und bieten somit in sich bereits eine breite Diversifikation. Ein weiteres Drittel unseres Portfolios legen wir in andere konjunkturunabhängige, nicht traditionelle Renditequellen wie etwa Insurance Linked Strategies (ILS) an. Traditionelle Assets wie Anleihen, Wandelanleihen und Aktien, runden das Depot mit einem letzten Drittel ab.

In wie weit hat sich diese Strategie während der Krise bewährt?

In 2008, der Mutter aller Krisen, verhinderten gerade CTAs, einer der Renditebringer des A/VENTUM family office Core Invest Fund, einen drastischen Wertverlust, wie der Track Record im Rückblick auf vergangene Markterschütterungen zeigt. Mit einem maximalen Draw Down von -12,14% in 2008 ist unser Fonds relativ glimpflich davon gekommen.

Mussten Sie größere Korrekturen innerhalb Ihrer Strategie vornehmen?

Auf ein Tief von -7,10% in 2009 mussten wir mit einer Anpassung unserer Strategie reagieren. Wir haben uns entschlossen, unser Portfolio noch stärker zu diversifizieren. Vor der Krise betrug die Managerobergrenze innerhalb unseres Dachfonds bis zu 10%. Heute erhält keiner unserer Manager mehr als 5% des Fondsvermögens. In der Regel sind es sogar lediglich 2-3%. Die Finanzkrise hat aufgezeigt, dass auch langjährig erfolgreiche und gut organisierte, defensive Manager durch Fat Tail-Ereignisse unerwartete Ergebnisse abliefern können. Wir setzen weiter auf Stabilität und Sicherheit und schließen unvorhersehbare Szenarien weitgehend aus – mit einem absehbar positiven Resultat in 2010: hält der Trend der vergangenen beiden Monate an, so beenden wir das Jahr mit einem soliden Ergebnis von +3-5%.

Was erwarten Sie vom kommenden Jahr?

Für die nächsten Monate rechnen wir mit moderat steigenden Zinsen und einem positiven Aktienmarktumfeld. Allerdings verlassen wir uns niemals gänzlich auf bestimmte volkswirtschaftliche Prognosen. Wir sind stets auch auf eventuelle Marktüberraschungen vorbereitet. Deshalb können sich unsere Investoren entspannt zurücklehnen. Unseren Fonds betreffend sind wir positiv gestimmt, weil wir eine gute Strategie als Fundament haben. Mit unserer breit gestreuten Allokation sind wir mit unserem Portfolio gut aufgestellt und für alles gewappnet. Daher stehen auch im kommenden Jahr Kapitalerhalt und Diversifikation im Vordergrund.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Allgemeiner Risikohinweis für Finanzprodukte