Hamburg, 11. Juli. Trotz der europäischen Schuldenkrise zeigt sich die deutsche Wirtschaft robust. Dennoch bleibt die schwierige Situation auch für die Bundesrepublik nicht folgenlos. Im vierten Quartal 2012 schrumpfte sie um 0,7 Prozent. Auch auf die Unternehmen hierzulande hatte dieser Rückgang Auswirkungen. So stieg die Zahl der zahlungsunfähigen Firmen im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent auf 15.430 Unternehmen.

Auch für das Jahr insgesamt rechnen Experten – erstmals seit 2009 – wieder mit einem Anstieg der Firmenpleiten auf etwa 30.000 bis 31.000. Dies wäre ein Anstieg im Vergleich zu 2012 um sechs Prozent. Allerdings sei für den starken Anstieg auch ein Sondereffekt mitverantwortlich: das Hochwasser. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe seien durch die Flutkatastrophe betroffen. Die Zahl der Insolvenzen größerer Unternehmen sei dagegen deutlich gesunken. Aus diesem Grund sank auch die Zahl der betroffenen Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht von 150.000 auf 148.000.

Äußert hoch war der Anstieg der Insolvenzen im verarbeitenden Gewerbe. Grund hierfür sei nach Einschätzung der Experten der schwache Export. Auch im Handel mussten gut fünf Prozent mehr Firmen Insolvenz anmelden als im ersten Halbjahr 2012.

Ein anderes Bild zeigt sich hingegen beim Blick auf Privatinsolvenzen. In den ersten sechs Monaten gingen sie um 4,2 Prozent auf 48.000 zurück.