Hamburg, 23. August. Maßnahmen zur Energiewende werden von den Deutschen zunehmend kritisch bewertet. Zudem nimmt die Bereitschaft, steigende Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Kauf zu nehmen, ab. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Juni hervor.

Waren kurz nach der japanischen Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 noch 76 % der Deutschen bereit, neue Stromleitungen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu akzeptieren, sind es rund ein Jahr später nur noch 69 %. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien geht zwangsläufig die Errichtung neuer Trassen einher. Ebenfalls abgenommen hat die Bereitschaft, Windanlagen in der Nachbarschaft zu tolerieren. Während vor einem Jahr noch über 70 % mit den entsprechenden Anlagen einverstanden waren, sind es heute nur noch knapp zwei Drittel.

Auch die Bereitschaft, sich freiwillig an den Kosten für die Energiewende zu beteiligen, ist deutlich zurückgegangen. Aufgrund steigender Ausgaben sind aktuell nur noch knapp 50 % für den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 60 % noch deutlich höher. Wie die GfK in ihrer Studie feststellt, wird der Bau von Trassen und Windanlagen abhängig von Alter und persönlicher Lebenssituation recht unterschiedlich bewertet. Während weniger als 40 % der älteren Menschen bereit sind, Ausbaukosten für Erneuerbare Energien durch erhöhte Strompreise zu tragen, sprechen sich 63 % der Jugendlichen und Studenten für einen Ausbau aus.

Obwohl die Zustimmung zur Energiewende abgenommen hat, macht die Studie dennoch eines ganz deutlich: Für eine deutliche Mehrheit der Bürger stellt eine Rückkehr zur Atomkraft keine Alternative dar. Genau wie vor einem Jahr sind über 80 % der Meinung, dass die Nutzung der Kernenergie nicht verantwortbar ist.

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