Hamburg, 13. März. Die EEG-Förderung gibt Anlass zur Debatte. Wie aus der Publikation des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) “Erneuerbare Energien und das EEG in Zahlen” hervorgeht, besteht zwischen den Bundesländern ein großes Missverhältnis zwischen Förderaufkommen und -begünstigung. Angaben des BDEW zufolge haben sich die Gefälle bei den EEG-Zahlungsströmen im Vergleich zu 2011 noch weiter verstärkt. Experten fordern daher eine Reform des EEG.

Laut BDEW betrug das gesamte Aufkommen aus der EEG-Umlage im Jahr 2012 gut 18 Mrd. Euro. Das ist weit mehr als das Doppelte des Länderfinanzausgleichs, über den im vergangenen Jahr rund 8 Mrd. Euro umverteilt wurden. Doch die Fördergelder sind zwischen den Bundesländern sehr ungleich verteilt. So erhielten bayerische Anlagenbesitzer im vergangenen Jahr 3,5 Mrd. Euro aus dem EEG-Fördertopf, obwohl die Stromkunden hier nur 2,3 Mrd. Euro über die EEG-Umlage aufbrachten. Während im südlichsten Bundesland demnach ein Saldo von rund 1,2 Mrd. Euro verblieb, mussten die Stromkunden in Nordrhein-Westfalen unterm Strich 1,8 Mrd. Euro zur Förderung regenerativer Energien in anderen Bundesländern aufbringen. Grund hierfür ist, dass die Stromkunden dort über die EEG-Umlage 3,1 Mrd. Euro zahlten, ansässige Anlagenbesitzer aber nur 1,3 Mrd. aus der EEG-Förderung erhielten.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieses Ungleichverhältnisses fordern Experten des BDEW eine grundlegende Reform des EEG. Im Zentrum dieser Reform müssen zudem neue Steuerungselemente, die Herstellung von Markt- und Wettbewerbsfähigkeit, die Systemintegration sowie eine Begrenzung der Kosten stehen. Erst kürzlich hatte die Erhöhung der EEG-Umlage von 3,59 auf 5,28 Cent/kWh zu einer intensiven Kostendebatte geführt. Mindestens genauso wichtig sei aber die Frage, wie die Förderung der Erneuerbaren Energien so ausgestaltet werden könne, dass sie zum energiewirtschaftlichen Gelingen beiträgt. Positiv zu bewerten seien den Experten zufolge jedoch die Zubauzahlen bei den Anlagen zur Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen: Waren es im Jahr 2011 noch rund 921.000 Anlagen, erzeugten 2012 bereits 1,1 Mio. Anlagen Strom aus Wind, Wasserkraft und Sonne.

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