Hamburg, 12. August. Immer mehr Menschen in Deutschland bessern ihr Einkommen mit einem Zweitjob auf. Laut Chemnitzer „Freie Presse“ waren es Ende des vergangenen Jahres bereits 2,66 Mio. – im Vergleich zu 2011 entspricht dies einem Anstieg um 59.000 bzw. 2,3 Prozent. Bundesweit geht somit jeder elfte Bürger einem Nebenjob nach. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit einem Zweitjob mehr als verdoppelt: Ende 2003 waren es lediglich 4,3 Prozent der Arbeitnehmer. Die Gründe für den Anstieg sind umstritten.

Gründe für Anstieg umstritten

Einige Experten sehen in der zunehmenden Zahl einen Beweis, dass für immer mehr Beschäftigte das Einkommen nicht mehr ausreicht, um die Ausgaben zu decken. Dem widerspricht jedoch das Bundesarbeitsministerium. Es gebe keine Erhebung zu diesem Thema. Zudem seien außer der finanziellen Not auch andere Gründe für die zunehmende Anzahl von Zweitjobs vorstellbar, so bspw. die gestiegene Konsumlust.

Minijobs vor allem in kleinen Betrieben

Für Beschäftigte könnte die gestiegene Zahl an Zweitjobbern einen unangenehmen Nebeneffekt haben. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass insbesondere im Gastgewerbe und im Handel regulär Beschäftigte zunehmend durch Minijobber ersetzt werden. Vor allem in kleinen Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten fanden Forscher Indizien, dass die Schaffung von Minijobs oft mit dem Abbau von regulären Arbeitsplätzen einhergeht. In größeren Betrieben mit mehr als hundert Beschäftigten würden sich laut Untersuchung beide Beschäftigungsformen hingegen eher ergänzen: Hier nimmt die Zahl von Minijobs oft proportional zur steigenden Anzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze zu.